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NWZonline.de Sport Leichtathletik

WM im Kasten – Tokio im Blick

08.10.2019

Doha Angeführt vom Golden Girl Malaika Mihambo verließ die Nachhut der deutschen Leichtathleten am Montag Doha – das nächste Ziel hatte die erfolgreiche deutsche WM-Reisegruppe aber schon vor Augen: Deutlich weniger als ein Jahr dauert es bis zum Startschuss der Olympischen Sommerspiele in Tokio, und es wird ein einziger langer Sprint bis nach Japan.

„In zehn Monaten ist Olympia schon wieder vorbei. Ich kann trotzdem jedem Athleten raten, die Vorbereitung mit einer sehr umfassenden Regenerationsphase zu beginnen“, sagte Idriss Gonschinska, Generaldirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV): „Denn es war eine der schwersten Weltmeisterschaften, die ich erlebt habe.“

Der späte Termin, die extremen klimatischen Bedingungen, die Ausfälle vieler Leistungsträger: Dass die deutsche Mannschaft mit zweimal Gold und viermal Bronze die Bilanz von 2017 (ein Titel, je zweimal Silber und Bronze) übertraf, stimmte zufrieden.

Zumindest Mihambo, die mit ihrem traumhaften Weitsprung-Gold gemeinsam mit dem neuen Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul die Führungsfigur in Tokio sein soll, befolgte den „Befehl“ von Gonschinska, sich in den Erholungsmodus zu begeben – schon am Montag flog die 25-Jährige nach Thailand. „Ich habe noch vier Wochen frei, die will ich voll auskosten. Ich nehme mir einfach die Zeit, das zu verarbeiten“, sagte die 7,30-m-Springerin.

Einiges gutzumachen haben die deutschen Speerwerfer. Als Kandidaten für einen Dreifachsieg gehandelt, konnten sie froh sein, dass Johannes Vetter in Doha mit Bronze die Bilanz rettete – auch wenn er seinen Titel loswurde. Bei Olympia will der verletzungsgeplagte Offenburger, der sich am Freitag einer Operation am Fuß unterzieht, wieder fit angreifen. Zudem will der in der Doha-Qualifikation gescheiterte Rio-Olympiasieger Thomas Röhler wieder Stärke zeigen: „Die Fehler muss ich bei mir suchen, das ist der Beginn in Richtung Tokio.“

Sollte das DLV-Team in Bestbesetzung das Abenteuer Olympia in Angriff nehmen, wird es schlagkräftig: Neben Mihambo und Kaul sind die Doha-Medaillisten Konstanze Klosterhalfen (5000 Meter), Gesa Felicitas Krause (3000 Meter Hindernis) und Christina Schwanitz (Kugelstoßen) auf einem sehr guten Weg.

Die Doha-Vierten Christin Hussong (Speer) und Bo Kanda Lita Baehre sowie der wieder erstarkte Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe (beide Stab) gehen hochmotiviert in die vorolympische Schufterei, die in Doha enttäuschenden Mateusz Przybylko (Hochsprung) und Gina Lückenkemper (Sprint) genauso.

Und für Rio-Olympiasieger Christoph Harting, der auch in Doha ein Rätsel blieb, ist Tokio eines der wenigen Ziele, die ihn wirklich interessieren.

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