ERFURT - Flop von Ariane Friedrich, Flugshow von Malte Mohr: Das Hochsprung-Ass patzte erneut bei der Olympia-Qualifikation, der Stabhochspringer glänzte hingegen mit Flügen in neue Höhen. Die deutsche Rekordhalterin blieb bei den Thüringen-Meisterschaften in Erfurt mit 1,88 Meter sieben Zentimeter unter der London-Norm. Nun wird die Leichtathletik-EM in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli) zur Zitterpartie. Für den WM-Fünften Mohr könnte Finnlands Metropole nach seiner Weltjahresbestleistung von 5,91 Meter hingegen zur goldenen Generalprobe für die Olympischen Spiele werden.
„Ich war verkrampft und unter Druck, deshalb hat der Anlauf hier noch nicht gepasst“, sagte Friedrich. Jetzt kann die 28-Jährige die Qualifikationshöhe nur noch bei der Europameisterschaft oder beim Meeting am 1. Juli in Eberstadt springen und setzt auf ihre letzte Chance.
Kugelstoßer Ralf Bartels hat dagegen auf seinen Start in Helsinki verzichtet. Der 34-jährige Neubrandenburger musste wegen einer Knieverletzung schon bei den Deutschen Meisterschaften vor einer Woche in Wattenscheid passen. Auch der Hallen-Europameister hat die Norm für die Olympischen Spiele bislang noch nicht erreicht.
Ganz andere Sorgen hat derzeit die unter Blutdoping- Verdacht stehende Langstreckenläuferin Simret Restle-Apel. Aus Versehen will sie im Kühlschrank von Verwandten zur verbotenen Substanz EPO gegriffen und es sich gespritzt haben. Eigentlich habe sie sich nach Blutungen im Unterleib mit Vitaminspritzen wieder aufpäppeln wollen, sagte die 28-Jährige.
Der Fall der deutschen Halbmarathon-Meisterin vom PSV Grün-Weiß Kassel ist inzwischen beim Deutschen Sportschiedsgericht in Köln anhängig und soll bald entschieden werden. Das Gericht muss nun ihre Glaubwürdigkeit prüfen. Schon oft hatten Athleten versichert, ohne Absicht gedopt zu haben. „Ich habe eine Riesendummheit gemacht“, gab Restle-Apel zu.
