Peking - Der letzte Wurf am letzten Tag der WM brachte noch einmal einen Riesenerfolg: Mit ihrem so überraschenden wie dramatischen Sieg im Speerwurf hat Katharina Molitor den deutschen Leichtathleten am Sonntag einen perfekten Abschluss in Peking beschert. Dank einer Weltjahresbestleistung von 67,69 Metern zog die 31-Jährige ganz am Schluss noch an der Chinesin Lyu Huihui (66,13) und der Südafrikanerin Sunette Viljoen (65,79) vorbei und holte für das deutsche Team das zweite Gold im „Vogelnest“ nach der Kugelstoßerin Christina Schwanitz gleich zum Auftakt.
„Ich habe immer von einer Medaille geträumt. Ganz egal, in welcher Farbe“, sagte die 31-Jährige. „Und jetzt stehe ich hier mit einem persönlichen Rekord, einer Weltjahresbestleistung, meinem ersten internationalen Titel und weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist fantastisch. Ich bin so glücklich“, jubelte Molitor.
Titelverteidigerin Christina Obergföll verpasste – 14 Monate nach der Geburt ihres Sohnes Marlon – als Vierte mit 64,61 Metern nur knapp das Siegerpodest.
Bereits am Sonnabend hatte Zehnkämpfer Rico Freimuth (Halle/Saale) Bronze gewonnen und dem gelungenen Auftritt der deutschen Leichtathleten ein weiteres Erfolgskapitel hinzugefügt. Insgesamt gab es für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Peking acht Medaillen und Platz sieben im Medaillenspiegel.
Zweimal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze sind eine noch bessere Ausbeute als bei der WM 2013, als für das deutsche Team sieben Medaillen heraussprangen. „Wir haben hier tolle Tage erlebt“, sagte Cheftrainer Idriss Gonschinska.
Usain Bolt machte als großer WM-Star sein „Titel-Triple“ perfekt. Der Rekord-Weltmeister holte sich mit der jamaikanischen 4x100-Meter-Staffel sein drittes Gold in Peking – und sein elftes insgesamt. Auch das britische Lauf-Idol Mo Farah und der US-Zehnkämpfer Ashton Eaton sorgten für Höhepunkte. Eaton stellte mit 9045 Punkten einen Weltrekord auf, Farah gewann als erster Läufer dreimal in Serie über 5000 Meter. Es war nach den 10 000 Metern der zweite WM-Titel für den Doppel-Olympiasieger von London.
Für Zehnkämpfer Freimuth war die Bronzemedaille ein großer Erfolg. „Das ist einfach überwältigend“, sagte der 27-Jährige, nachdem er bei der WM nach vielen Rückschlägen und Zweifeln eine persönliche Bestleistung von 8561 Punkten erreicht hatte.
Uneinholbar war aber wieder einmal Ashton Eaton. Der Olympiasieger sicherte sich mit dem einzigen Weltrekord der Titelkämpfe in Peking zusätzlich noch 100 000 Dollar Preisgeld.
Für nicht wenige ist Eaton sogar „größer als Bolt“, wie der entthronte Zehnkampf-Vize-Weltmeister Michael Schrader sagte. Doch der Jamaikaner dominierte mit seinen Erfolgen wieder mal die WM. Für seinen umstrittenen Rivale Justin Gatlin endete die WM erneut mit einer Niederlage. Die US-Staffel wurde disqualifiziert.
