Frankfurt - Auf diesen spektakulären Showdown hat die Szene seit langem gewartet: Die Ironman-Weltmeister der vergangenen fünf Jahre in einem Rennen, die deutschen Stars der Triathlon-Szene treffen an diesem Sonntag (6.30 Uhr/Hessischer Rundfunk) bei der EM in Frankfurt zum ersten Mal seit Oktober 2017 aufeinander.

Damals setzte sich Patrick Lange, aktueller Weltmeister, auf Hawaii zum ersten Mal durch. Der große Favorit Jan Frodeno (Sieger 2015 und 2016) war wegen einer Blockade im Hüftbereich beim abschließenden Lauf nicht mehr konkurrenzfähig, 2018 konnte er bei Langes zweitem Erfolg verletzungsbedingt nicht starten. Sebastian Kienle, Weltmeister von 2014, wurde in den Folgejahren dort Achter, Zweiter und Vierter, 2018 musste er wegen Achillessehnenproblemen, die ihn schon lange plagten, aufgeben.

Jetzt treffen sich die drei zum ersten Mal in Frankfurt. Obwohl der Nordhesse Lange als Weltmeister und quasi Lokalmatador ins Rennen über 3,84 Kilometer Schwimmen im Langener Waldsee sowie 185 km Radfahren und 42,192 km Laufen geht, ist Frodeno Favorit. Denn der 37-jährige Kölner hat seit Mai 2016 – mit Ausnahme von Hawaii 2017 – kein Rennen mehr verloren. „Es ist egal, wie viele Siege man eingefahren hat. Der nächste Sieg ist immer der schönste. Daran will ich unbedingt arbeiten“, sagte der „noch hungrige“ Frodeno. In Frankfurt gewann er 2015 und im Vorjahr, als er den amtierenden Weltmeister schon einmal schlug.

„Für mich hat das Rennen einen enorm hohen Stellenwert. Ich will unbedingt in der Heimat gewinnen. Das treibt mich unfassbar an – und es geht um die deutsche Ehre“, sagte der 32-jährige Lange.

Spannend wird der Auftritt von Kienle, der sich zwar in den vergangenen Jahren stets hinter Frodeno und Kienle einordnen musste, aber nach Überwindung seiner Achillessehnenprobleme zuletzt mit Siegen über die Halbdistanz glänzte. „Ich werde alles riskieren“, betonte der 34-Jährige aus Mühlacker, der jedoch um die Stärke seiner Kontrahenten weiß: „Das ist das erste Rennen seit langem, bei dem ein zweiter Platz ein Erfolg wäre. Denn das hieße, dass ich Frodeno oder Lange geschlagen hätte“, sagte Kienle dem Sportportal „Larasch“.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion