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NWZonline.de Sport Leichtathletik

Wenn Träume plötzlich platzen

05.07.2018

Hannover /Oldenburg Es war alles angerichtet: Die Verletzung überwunden, die Form gut, Trainingslager in der Sonne Teneriffas – und die Motivation groß wie nie. Doch dann änderte sich schlagartig alles. „Die Schmerzen kamen von einer Trainingseinheit auf die nächste“, erzählt Ruth Spelmeyer. Eine MRT in der Heimat brachte Gewissheit: Erneute Stressreaktion am Schambein – dieselbe Verletzung, die die Sprinterin des VfL Oldenburg im Herbst 2017 für Monate ausgebremst hatte. Eine Verletzung, die Spelmeyer nun bei der Heim-Europameisterschaft in Berlin zum Zuschauen verdammt.

„Wir haben lange überlegt“

„Es ist schon sehr schwer“, beschreibt die Deutsche Meisterin über 400 Meter ihre Gefühlslage zu einer Saison, die sie beenden musste, bevor sie eigentlich anfing. „Man gewöhnt sich halt dran, aber man wird immer wieder konfrontiert“, sagt sie. Zum Beispiel, als in einem Kaufhaus in Berlin das Magazin zur Leichtathletik-EM (7. bis 12. August) sah, auf dessen Cover die Oldenburgerin abgebildet ist: „Da musste ich schon mit den Tränen kämpfen.“

Spelmeyer, die in Hannover lebt, hatte große Ziele für die EM im eigenen Land, von einer Medaille hatte sie geträumt. Diesen Traum zu begraben, fiel ihr nicht nicht leicht. „Wir haben lange überlegt. Aber es hat einfach nicht viel Sinn gemacht“, erklärt die EM-Elfte von Amsterdam und Olympia-Teilnehmerin von Rio 2016. Sie hätte ständig mit Schmerzen laufen müssen, auch im Training. Und das noch zwei Monate. „Wir wissen einfach, dass das nicht so viel bringt“, sagt sie. Auch, weil die Schmerzmittel den Trainingseffekt deutlich schmälern.

Olympia 2020 ist wichtiger

Zudem hätte Spelmeyer ein hohes Risiko eingehen müssen, die Verletzung gar noch zu verschlimmern. „Das war auch ein Punkt: Es ist ja nicht Endstation. Ich mache auf jeden Fall weiter bis 2020. Klar ist diese eine wichtige Saison, und eine Heim-EM wäre auch toll. Aber Olympia ist immer das höhere Gut“, stellt die 27-Jährige klar.

Und bei Olympischen Spielen möchte sie auf jeden Fall noch einmal dabei sein. „Ich kann dieses Jahr keine Bäume ausreißen – was eigentlich mein Plan war. Deshalb haben wir gesagt: Wir lassen es.“

Im Moment läuft die Analyse, was die Verletzung auslöst, um eine bestmögliche Reha zu planen und einen dritten Ausbruch der Verletzung bestmöglich zu verhindern. Dafür sind sie und ihre Ärzte auf der Suche nach passenden Methoden.

In Berlin als Zuschauerin dabei

Um ihrem Körper die nötige Erholung zu geben, macht Spelmeyer jetzt erstmal lange Pause – und Urlaub. „Ich habe ja zum ersten Mal seit vielen Jahren einen ,normalen’ Sommer – ohne Trainings- und Wettkampfplanung“, erklärt sie. Auch zur Uni muss die Psychologie-Studentin nicht: Sie hatte sich extra für die Vorbereitung auf die Heim-EM ein Urlaubssemester genommen, und das ließ sich nicht mehr rückgängig machen.

Also geht’s in den Urlaub. „Das muss ich auch machen, um mich abzulenken. Sonst fällt mir die Decke auf den Kopf“, sagt Spelmeyer. Auch, dass sie ihren deutschen Meistertitel auf ihrer Paradestrecke nicht verteidigen kann, ist für die Vollblutsportlerin „schwer zu ertragen“.

Zur EM nach Berlin fährt sie trotzdem. „Das möchte ich nicht verpassen. Das wird bestimmt ein schönes Sportfest“, betont sie. Nur wenn die 400-Meter-Läuferinnen über die blaue Tartanbahn rasen, dann dürfte der Kampf mit den Tränen in die nächste Runde gehen.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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