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NWZonline.de Sport Leichtathletik

GEBURTSTAG: Im Korsett zum Olympia-Gold

19.09.2006

NEUSS Der Amerikaner holte von 1956 bis 1968 vier Olympiasiege hintereinander. Heute malt er abstrakte Bilder.

Von Gerd Holzbach NEUSS - Seinen Bewunderern gingen früh die Superlative aus für den Liebling der olympischen Götter. Al Oerter, kurz nach Ende der Sommerspiele 1936 in Berlin geboren, wurde von 1956 bis 1968 viermal hintereinander Olympiasieger im Diskuswerfen – eine Serie, die als Leichtathlet nur noch US-Landsmann Carl Lewis im Weitsprung (1984 bis 1996) erreichte.

Der „Mann mit dem goldenen Arm“ war nie Favorit gewesen. Stets schlug Oerter den aktuellen Weltrekordler. Kopfschütteln dann auch beim sensationellen Comeback: 1980 warf der damals 43-Jährige die Scheibe 4,68 m weiter (69,46 m) als zur Zeit seiner Olympiasiege (64,78). Heute wird er 70 Jahre alt.

Alfred L. Oerter, geboren als Sohn einer Tschechin und eines Deutschen, hatte als 15-Jähriger im US-Bundesstaat New York mit dem Diskuswerfen begonnen, war mit 18 schon die Nummer 17 der Welt, qualifizierte sich mit 19 als Zweiter der US-Ausscheidungen für Olympia in Melbourne und kam mit Ach und Krach ins Finale. Dort schockte er Weltrekordler Fortune Gordien mit dem Olympia-Rekord von 56,36 m. „Auf dem Siegerpodest wurden mir die Knie weich. Es war kolossal“, erinnerte er sich.

Am 19. Mai 1962 warf Oerter mit 61,10 m seinen ersten Weltrekord, am 1. Juli mit 62,45 den zweiten, ein Jahr später mit 62,62 den dritten und 1964 mit 62,94 den letzten. Doch kurz vor Olympia in Tokio entriss ihm der Tscheche Ludvik Danek mit 64,55 die Bestmarke. Nächster Schock: Oerter erhielt in Japan nach schwerer Rippenverletzung bei einem Trainingssturz sechs Wochen Startverbot. Unter Schmerzen und mit Lederkorsett trat er dennoch an und bezwang Danek um 48 Zentimeter. „Ich glaubte damals bei jedem Wurf, jemand reißt mir die Rippen aus dem Leib. Aber das sind die Olympischen Spiele – du stirbst für sie.“

1969 trat Oerter zurück, widmete sich dem Beruf als Programmierer und Computer-Experte, seiner Ehefrau Corinne und den beiden Töchtern Crystina (geboren 1959) und Gabrielle (1961).

Nach seiner Scheidung strebte Oerter Moskau 1980 an, verpasste Tage vor Verkündung des US-Boykotts aber um Zentimeter die Qualifikation. Heute widmet sich Oerter der abstrakten Kunst und malt Bilder, die er in Ausstellungen präsentiert.

Mehr Informationen unter www.aloerter.com

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