Portland - Sensations-Silber für die Dreispringer Max Heß und Kristin Gierisch, Mehrkampf-Bronze für den unermüdlichen Mathias Brugger: Das junge deutsche Rumpfteam hat bei der Hallen-WM in Portland die Erwartungen weit übertroffen. „Das ist eine wirklich positive Überraschung. Es war richtig und mutig, mit diesem unerfahrenen Team nach Portland zu reisen“, sagte Chef-Bundestrainer Idriss Gonschinska: „Diese Athleten stehen für die Zukunft der deutschen Leichtathletik.“ Knapp fünf Monate vor Olympia in Rio zeigte die zweite deutsche Reihe eindrucksvoll, dass sie bereit für höhere Aufgaben ist.

Dies gilt besonders für die Chemnitzer Trainingskollegen Heß und Gierisch, die am Sonnabend Vizeweltmeister geworden waren. „Unbeschreiblich“, sagte der 19-jährige Heß, der sich mit einer Bestleistung von 17,14 Metern nur dem Chinesen Dong Bin (17,33) geschlagen geben musste und die erste Medaille der deutschen Dreispringer seit den Hallen- und Freiluft-Goldmedaillen von Charles Friedek 1999 in Maebashi und Sevilla holte.

Zuvor hatte Gierisch die erste deutsche Medaille geholt. Die 25-Jährige sprang im fünften Versuch auf 14,30 Meter und lag damit nur hinter der Venezolanerin Yulimar Rojas (14,41).

In einem packenden Siebenkampf brachte sich der 23-Jährige mit starken 5,10 Metern im Stabhochsprung auf Medaillenkurs – so hoch trug es nur Überflieger Ashton Eaton empor, der Zehnkampf-Weltrekordler aus den USA holte mit 6470 Punkten Gold vor dem Ukrainer Alexej Kasjanow (6182). Brugger (6126) rettete als Zweiter des abschließenden 1000-Meter-Rennens Bronze mit acht Punkten Vorsprung auf Laufsieger Curtis Beach (USA).

Am Tag zuvor hatte Weitsprung-Jungstar Alexandra Wester im höchstklassigen Wettbewerb der WM Platz sechs belegt, in den Medaillenkampf konnte die als Nummer eins der Welt nach Portland gereiste Kölnerin mit 6,67 Metern dabei nicht eingreifen.