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NWZonline.de Sport Leichtathletik

Im Urlaubsparadies steht heißes Duell an

13.10.2017

Kailua-Kona Ein bisschen ist es wie im klassischen Western, wo sich die Wege der Hauptfiguren erst ganz am Schluss kreuzen – und alles davor bedeutungslos wird. An diesem Samstag kommt es in Kailua-Kona auf Hawaii zum High Noon der deutschen Triathlon-Stars Jan Frodeno und Sebastian Kienle. Der Ironman im Urlaubsparadies (ab 18.35 Uhr im ZDF-Livestream, in der Nacht zu Sonntag ab 0.25 Uhr im ZDF), bei dem der WM-Titel vergeben wird, ist das erste direkte Duell der beiden Dauerkontrahenten in dieser Saison.

Titelverteidiger Frodeno nimmt um 6.35 Uhr in der Früh Ortszeit hochmotiviert die etwa achtstündige Tortur über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen in Angriff. „Der Ironman Hawaii ist das Wimbledon unseres Sports“, sagt Frodeno: „Da will ich natürlich Teil dieser Geschichte sein.“

Mit einem dritten Sieg nach 2015 und 2016 hätte der Kölner seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Kein Deutscher holte bisher das Hawaii-Triple. Trotzdem will sich Frodeno nicht durch Träumereien vom Wettkampf ablenken lassen. „Ich versuche, das Rennen komplett individuell zu sehen und sonstige Rekorde außen vorzulassen“, sagte der 36-Jährige.

Für den Weltmeistertitel verzichtete „Frodo“ in diesem Jahr auf die Teilnahme an großen Rennen, wie zum Beispiel der Europameisterschaft im Juli in Frankfurt. Stattdessen nahm der Eisenmann an kleineren Rennen teil und bereitete sich ansonsten fernab der Öffentlichkeit auf den Saison-Höhepunkt auf Hawaii vor.

Anders sein ärgster Konkurrenz Kienle: Der 33-Jährige trat beim Ironman am Main an und gewann in persönlicher Bestzeit. Nach seinem dritten EM-Coup sieht er sich bestens gerüstet für das Aufeinandertreffen mit Frodeno. „Ich will ihn in Kona schlagen“, sagt Kienle. Schließlich werde seine gesamte Saison an seiner WM-Platzierung gemessen.

Sollte Kienle nach der Quälerei in drei Akten ganz oben auf dem Siegerpodest stehen, wäre es der zweite WM-Erfolg nach 2014. Der Badener würde in puncto Hawaii-Siegen dann mit seinem Dauerrivalen gleichziehen.

Neben Frodeno und Kienle hat noch ein dritter deutscher Athlet gute Chancen auf den Sieg. Patrick Lange (31) aus Bad Wildungen hat seine Stärken vor allem im abschließenden Marathon.

Am Samstag werden Temperaturen um 35 Grad Celsius erwartet. Während des Rennens verlieren die Sportler etwa vier Prozent ihres Körpergewichts und verbrauchen rund 10 000 Kalorien. 200 Ärzte stehen an der Strecke bereit.

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