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NWZonline.de Sport Leichtathletik

Langes Warten – lange Gesichter

06.03.2017

Belgrad /Oldenburg So viel Fernsehpräsenz gab es für Ruth Spelmeyer noch nie bei einem Sprint. Weil sich der Start der 4x400-Meter-Staffel bei der Hallen-Europameisterschaft der Leichtathleten in Belgrad am Sonntagabend aufgrund von technischen Problemen in der Halle immer weiter hinauszögerte, blendete der übertragende TV-Sender Eurosport immer wieder die wartende Spelmeyer ein.

Fast eine Viertelstunde lang harrte die deutsche Startläuferin vom VfL Oldenburg mit dem Staffelstab in der Hand auf der Bahn aus, ehe die nervenzerreißende Geduldsprobe für die 26-jährige Olympia-Teilnehmerin von Rio endlich ein Ende fand.

Auf der Innenbahn hielt Spelmeyer gegen starke Konkurrenz ordentlich mit und übergab den Stab als Fünfte an Nadine Gonska. Die Mannheimerin verteidigte diese Platzierung, ehe Carolin Walter (Leverkusen) auf Rang sechs zurückfiel. Die deutsche Meisterin Lara Hoffmann (Köln) konnte als Schlussläuferin keinen Boden mehr gut machen, so dass das deutsche Team das Rennen auf dem letzten Platz abschloss. Mit einer Zeit von 3:34,60 Minuten blieb das Sprinterinnen-Quartett knapp fünf Sekunden hinter den siegreichen Polinnen (3:29,94 Minuten).

Insgesamt verlief die Hallen-EM in der serbischen Hauptstadt für die Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zufriedenstellend. Fünf Monate vor der WM in London jubelte Dreispringerin Kristin Gierisch ebenso über Gold wie Hürdensprinterin Cindy Roleder. Am Sonntag sprangen zum Abschluss noch einmal drei Bronzemedaillen heraus: Claudia Salman-Rath wurde im Weitsprung-Finale ebenso Dritte wie Dreisprung-Europameister Max Heß und 3000-Meter-Läufer Richard Ringer.

Insgesamt holte das deutsche Team neun Medaillen (2 Gold/2 Silber/5 Bronze) in Belgrad und landete im Medaillenspiegel auf Platz drei. „Das war ein schöner Auftakt in den Olympia-Zyklus“, sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska: „Ich glaube, dass wir hier viele tolle Leistungen gesehen haben.“

Gierisch war ein ganz besonderer Coup gelungen – als erste Deutsche überhaupt holte sie Gold im Dreisprung. „Es ist ein Traum. Das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte die 26-jährige Chemnitzerin, die mit starken 14,37 Metern den Titel holte.

Nicht zufrieden mit Bronze war hingegen Kugelstoßer David Storl. Der 26-Jährige verlor seinen Titel an den Polen Konrad Bukowiecki. Dem Leipziger reichten seine 21,30 Meter nur zum dritten Rang, sein erst 19-jähriger Rivale trumpfte mit der Weltjahresbestleistung von 21,97 Metern auf.

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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