Birmingham/Gotha - Die deutschen Leichtathleten haben sich eine Woche vor der letzten großen Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 18. August) nicht in Topform präsentiert. Nur Hürdensprinterin Nadine Hildebrand und Kristina Gadschiew im Stabhochsprung knackten die WM-Norm.
Beim Diamond-League-Meeting am Sonntag in Birmingham scheiterte das Vorhaben des Läufer-Trios Carsten Schlangen, Arne Gabius und Corinna Harrer, die WM-Norm zu erfüllen. 1500-Meter-Läufer Schlangen blieb als Siebter fast drei Sekunden über dem WM-Richtwert, Vize-Europameister Gabius gab über 5000 Meter ebenso auf wie Harrer über 1500 Meter.
Diskuswerferin Nadine Müller machte es nicht besser. Mit 58,87 Metern verließ sie als Sechste den Ring. Immerhin kämpfte sich Anna Rüh mit 62,14 Metern auf Platz drei. Den Sieg errang Olympiasiegerin Sandra Perkovic aus Kroatien (64,32). Die WM-Norm hatten Rüh und Müller bereits vorher in der Tasche.
Dafür erfüllten bei der Junioren-Gala in Mannheim gleich zwei Athletinnen die Normen. Nadine Hildebrand blieb als erste Deutsche über 100 Meter Hürden unter dem geforderten Moskau-Wert von 12,94 Sekunden. Nach 12,92 steigerte sie sich in ihrem zweiten Rennen auf 12,85 Sekunden. „Ich hatte das Gefühl, dass ich es in Mannheim schaffen könnte. Die schnelle Bahn gibt ein gutes Gefühl“, sagte die 25-Jährige.
Bereits am Vortag hatte Kristina Gadschiew als vierte deutsche Stabhochspringerin die Norm erfüllt. Die 28-Jährige siegte mit 4,60 Metern vor Lisa Ryzih (4,50). „Ich hätte echt nicht gedacht, dass das noch klappt“, sagte die deutsche Hallen-Meisterin.
Kugelstoßerin Christina Schwanitz ist derweil in dieser WM-Saison weiter ungeschlagen. Die Hallen-Europameisterin siegte am Sonnabend beim Schloss-Meeting in Gotha mit 19,38 Metern vor Freiluft-Europameisterin Nadine Kleinert (18,57).
Routinier Ralf Bartels gewann mit 19,55 Metern vor Tobias Dahm (19,03). Er nutzte die Absage von Weltmeister David Storl, der eine Zerrung am linken Brustmuskel auskuriert. Bartels war mit seiner Leistung aber nicht zufrieden. „Ich wollte mich hier mit über 20 Metern verabschieden“, sagte der 35-Jährige. Auch Schwanitz haderte mit ihrem Auftritt. „ Ich bin unter meinen Möglichkeiten geblieben“, sagte die 27-Jährige.
Noch größer war der Ärger bei Josephine Terlecki: Die Magdeburgerin blieb mit 17,80 Metern erneut unter der WM-Norm (18,50), die Schwanitz und Kleinert bereits öfter übertroffen hatten.
