Oldenburg - Zwei prominente Patinnen setzen sich im Nordwesten für den Leichtathletik-Nachwuchs ein. Die ehemalige Speerwerferin Steffi Nerius (43) aus Leverkusen, Weltmeisterin 2009 und Olympia-Silbermedaillengewinnerin 2004, sowie Ruth Spelmeyer (25) vom VfL Oldenburg, aktuelle deutsche Meisterin über 400 Meter und womöglich bei den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro am Start, haben am Dienstag den Startschuss für ein entsprechendes Projekt gegeben. Sie werben für den Jugendsport-Förderpreis in der Leichtathletik, den die „Öffentlichen Versicherungen“ aus Oldenburg ausgelobt haben. Dieser ist mit 15 000 Euro dotiert.
„Wir wollen damit den Jugendsport weiter fördern und auch erreichen, dass das Ehrenamt im Jugendsport in der Öffentlichkeit positiver wahrgenommen wird“, sagte Öffentliche-Vorstand Jürgen Müllender.
„Natürlich muss auch die Leichtathletik um Nachwuchs kämpfen“, sagte Nerius, die das Sportinternat von Bayer Leverkusen leitet: „Es gibt heute für die Sportvereine viele konkurrierende Angebote. Da ist es wichtig, gute Leichtathletik-Jugendarbeit auch mal zu belohnen.“
Bewerben können sich alle Vereine, bei denen Leichtathleten bis zum Alter von 20 Jahren aktiv sind. Die Clubs können auch von den jungen Athletinnen und Athleten vorgeschlagen werden. Teilnahmeberechtigt sind Aktive und Vereine aus dem Oldenburger Land, also aus den Landkreisen Wesermarsch, Friesland, Ammerland, Oldenburg, Cloppenburg und Vechta sowie aus den Städten Wilhelmshaven, Oldenburg und Delmenhorst. Bewertet werden harte Kriterien wie die Anzahl der lizenzierten Trainer, aber auch weiche Faktoren wie Angebote zur Integration. Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert, der zweite und dritte Sieger erhalten 2000 beziehungsweise 1000 Euro. Darüber hinaus gibt es Sachleistungen, beispielsweise in Form von Trainingsgeräten. Einsendeschluss ist der 30. April, die Preisverleihung ist für den 21. Juni geplant. Zur Jury zählt neben Nerius, Spelmeyer und Müllender auch ein Vertreter der NWZ -Sportredaktion.
Spelmeyer erinnerte sich daran, wie sie einst zur Leichtathletik kam: „Ich war auf dem Sportfest in der Schule einer Lehrerin aufgefallen, weil ich so schnell laufen konnte. Die hat mich dann an einen Verein verwiesen.“ Mit der Teilnahme an den Spielen in Rio will sich 400-Meter-Spezialistin Spelmeyer einen Traum erfüllen. Dafür muss sie die Qualifikationsnorm von 52,20 Sekunden in diesem Jahr unterbieten: „Darauf arbeite ich hin. Ich bin optimistisch, dass das klappt.“
