MONTREAL - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) wird bei der Tour de France die Doping-Tests überwachen. Der Radsport-Weltverband (UCI) unterzeichnete am Mittwoch in Montreal eine entsprechende Vereinbarung. Wada-Vertreter werden bei der am 3. Juli in Rotterdam beginnenden Frankreich-Rundfahrt alle Phasen der von der UCI vorgenommenen Dopingproben kontrollieren, von der Auswahl der Fahrer bis hin zu den Testverfahren. Sie haben zudem Zugriff auf alle damit im Zusammenhang stehenden Dokumente. Nach der Tour wird die Wada einen Bericht vorlegen.

Derweil wird der Anti-Doping-Kampf in Österreich intensiviert. Der Leichtathletik-Star Stephanie Graf wurde nachträglich für zwei Jahre gesperrt. „Es ist ein weiteres Zeichen, dass in Österreich im Anti-Doping-Kampf wirklich etwas getan wird“, sagte Thomas Bach, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees. Die Nationale Anti- Doping-Agentur (Nada) Österreichs hat die zurückgetretene Athletin für zwei Jahre gesperrt – obwohl ihr Doping nicht nachgewiesen werden konnte. Die Olympia-Zweite von 2000 hatte aber gestanden, dass ihr im Herbst 2003 bei der Blutbank „Humanplasma“ in Wien Blut abgenommen wurde. Graf bestreitet dagegen die für Doping notwendige Rückführung in ihren Körper. Der Nada ist das egal. Denn schon der Versuch verbotener Leistungssteigerung reicht, um eine Sperre auszusprechen, heißt es in der Urteilsbegründung. Sportlich hat das für Graf keine Bedeutung mehr, auch ihre Titel kann sie behalten. Nach der österreichischen Gesetzeslage darf sie aber mehrere Jahre lang nicht als Trainerin arbeiten und erhält lebenslang keine Fördermittel mehr.