NEUSS - Anden statt Afrika, Höhenluft statt Wüstensand: Für die berühmt-berüchtigte Dakar Rallye wird die 30. Auflage eine Reise ins Ungewisse. Aus Angst vor Terroristen findet das PS-Spektakel nach der Absage vor einem Jahr erstmals in Südamerika statt. Der Startschuss fällt an diesem Sonnabend in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Nach insgesamt 9578 Kilometern und einem Abstecher ins benachbarte Chile endet das Automobilsport-Abenteuer am 18. Januar wieder in Buenos Aires.
Nach zwölf Monaten intensiver Vorbereitung schickt Volkswagen gleich vier Race Touareg ins Rennen um den Gesamtsieg. Sollte das den Wolfsburgern gelingen, würden sie doppelt Geschichte schreiben: Es wäre der erste Triumph bei der „Dakar“ in Südamerika, gleichzeitig wäre es der erste Erfolg einer Marke bei dem weltberühmten Offroad-Wettbewerb mit einem Diesel-Fahrzeug.
Mit den vier 280 PS starken Marathon-Rallye-Prototypen gehen der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) und Michel Perin (Frankreich), Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof), Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) sowie der viermalige deutsche Meister Dieter Depping und Timo Gottschalk (Wedemark) an den Start.
„Die Rallye Dakar ist eine der größten Herausforderungen im Motorsport. 2009 wird sie noch härter. Unser Ziel ist es, diese Härteprüfung für Mensch und Material erstmals für uns zu entscheiden“, sagt VW-Motorsportdirektor Kris Nissen.
Großer Favorit ist Sainz. Der Spanier gewann im April die Zentral-Europa-Rallye unter anderem gegen die Dakar-Dauerrivalen von Mitsubishi und X-raid-BMW. „Nach einer perfekten Vorbereitung und mit einem extrem motivierten Team haben wir, aber auch unsere Teamkollegen, die Chance, Geschichte zu schreiben“, sagt Sainz.
Die Rallye Dakar führt 2009 vom Startort Buenos Aires von Ozean zu Ozean und über extreme Höhen im Schatten von mehr als 6000 Meter hohen Berggiganten der Anden. Die Tour bietet für die mehr als 500 Teilnehmer mit Autos, Motorrädern, Quads und LKW neue Aufgaben. „In Südamerika ist jetzt Sommer, es wird noch heißer als bei der Dakar durch Afrika“, meint de Villiers.
„Es ist Neuland für alle, Erfahrungen von früheren Dakar-Ausgaben helfen nur bedingt, am wenigsten den Beifahrern. Die Chancen sind für alle gleich“, erwartet Nissen.
