München - Für Claudia Pechstein (41) soll sich ihr langer Atem im Kampf um Rehabilitierung nun bezahlt machen. Nachdem sie wegen einer Sperre zwei Jahre ausgesetzt hatte, fordert die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin ab diesem Mittwoch vor dem Münchner Landgericht vom Weltverband ISU und von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) nach Gerichtsangaben Schadenersatz in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro sowie ein Schmerzensgeld in Höhe von 400 000 Euro.

Sollte das Gericht die Klage annehmen, wäre das Verfahren der größte Schadenersatzprozess der deutschen Sportgeschichte. Die ISU schloss bereits am Dienstag einen Vergleich aus.

Pechstein war im Juli 2009 von der ISU anhand von Indizien und ohne Dopingnachweis „wegen Blutdopings“ rückwirkend vom 9. Februar 2009 für zwei Jahre gesperrt worden. Grund waren „abnormal überhöhte“ Retikulozytenwerte, die die Berlinerin später anhand von Gutachten mit einer genetisch bedingten Blutanomalie erklärte.

Vertreten wird Pechstein vom Anwalt Thomas Summerer. Der hatte 1996 der zuvor wegen einer Dopingaffäre gesperrten Sprinterin Katrin Krabbe zu 1,5 Millionen DM (769 000 Euro) Entschädigung vom Leichtathletik-Weltverband verholfen.