PEKING - Speerwurf-Vizeweltmeisterin Christina Obergföll hat den Bann gebrochen und in Bronze die erste Medaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen.
Dadurch angespornt, sorgten die beiden 4x100-Meter-Quartette des DLV wenig später vor 91 000 Zuschauern im Vogelnest für einen Achtungserfolg und rannten in den Endkampf. Jetzt hoffen wir, dass die eine oder andere Medaille noch dazu kommt, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Sollte dies nicht klappen, wäre es das schlechteste Abschneiden bei Olympia seit 1904. Auch damals hatte die deutsche Mannschaft einmal Bronze gewonnen.
Im Dauerregen entglitten die Hoffnungen der Offenburgerin Obergföll auf eine glänzendere Medaille. Ich bin echt happy, dass ich Bronze noch geschafft habe, freute sie sich einen Tag vor ihrem 27. Geburtstag dennoch, betonte aber: Ich weiß, dass ich wesentlich mehr kann.
Mit 66,13 Meter war sie im Kampf um Gold und Silber chancenlos: Denn sowohl die neue Olympiasiegerin Barbora Spotakova aus Tschechien (71,42) als auch die Zweite Maria Abakumowa (Russland/70,78) übertrafen ihren Europarekord vom Juni 2007 (70,20).
Europameisterin Steffi Nerius wurde mit 65,29 Metern Fünfte und war zufrieden: Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ihre Leverkusener Vereinskollegin Katharina Molitor landete mit 59,64 Metern auf Rang acht.
Günstig stehen die Zeichen für den Gewinn der ersten Hochsprung-Medaille seit Heike Henkels Olympiasieg 1992. Wenns hier nicht funktioniert, wann dann?, fragte Ariane Friedrich nach ihrer locker absolvierten Qualifikation für das Finale am Sonnabend kokett.
Jamaika läuft derweil der Welt weiter davon, während das Kurzsprint-Debakel der USA seine Fortsetzung fand. In Veronica Campbell-Brown triumphierte auch über 200 Meter eine Sprinterin von der Karibikinsel. Sie wiederholte ihren Erfolg von 2004 und stellte in 21,74 Sekunden eine Weltjahresbestzeit auf.
Die 4x100-Meter-Staffeln der USA erlebten dagegen in den Vorläufen ein Fiasko. Bei den Männern und auch bei den Frauen misslang der letzte Stabwechsel, so dass beide Teams ausschieden.
