PEKING - Die Dressurreiterin Britta Näpel hat das deutsche Team bei den Paralympics in die Goldspur geführt. Die Weltmeisterin aus dem rheinland-pfälzischen Wonsheim holte am Montag das erste Gold für Deutschland, sechs silberne und zwei bronzene Medaillen folgten an diesem Tag.
Bei den Reiter-Wettkämpfen in Hongkong siegte Näpel auf Cherubin in der Individualprüfung der Startklasse Grad II. „Ich bin sprachlos. Es ist wirklich ein Traum wahr geworden“, sagte die spastisch gelähmte Athletin. „Ich habe mich gestern schrecklich gefühlt, weil Cherubin nicht das tat, was ich wollte. Heute lief alles perfekt“, war sie erfreut.
„Unsere Medaillenausbeute ist ein Riesenerfolg“, sagte Chef de Mission Karl Quade, „so einen guten Auftakt haben wir uns gewünscht.“ Die ersten acht Podestplätze belegten Athletinnen, die Frauenpower zeigten und auch Horst Köhler begeisterten.
Die 55-jährige querschnittsgelähmte Berlinerin Marianne Buggenhagen holte bei ihren fünften Paralympics mit 8,54 Metern Bronze im Kugelstoßen. „Es sind definitiv meine letzten Spiele“, sagte sie, die mit ihren acht Goldmedaillen bei Paralympics Maßstäbe gesetzt hat.
Kugelstoßkollegin Martina Willing (Brandenburg) stieß mit 8,61 Metern Weltrekord in ihrer Startklasse und gewann Silber. Siegerin der querschnittsgelähmten Frauen wurde die Tschechin Eva Kacanu, die schwerer behindert ist als Willing.
Trotz neuer Weltrekordweite von 39,23 m reichte es auch für Andrea Hegen aus Leverkusen nur zur Silbermedaille im Speerwerfen. Die Bahnradfahrerin Natalie Simanowski (Leverkusen) im 500-m-Zeitfahren und überraschend der Sportschütze Norbert Gau in der Disziplin „Luftgewehr, stehend“ holten sich ebenso Silber wie Wolfgang Sacher (Penzberg) im Rad-Verfolgungsrennen der Startklasse LC 1.
Ihr Finale verlor die sehbehinderte Judoka Ramona Brussig deutlich. „Die Medaille ist der Lohn für die harte Arbeit in den letzten Jahren“, sagte die 31-Jährige gerührt. Die neunte Medaille ging an die Schwimmerin Kirsten Bruhn (Neumünster) über 100 m Freistil.
Eine Niederlage mussten dagegen die Rollstuhlbasketballerinnen einstecken. Sie verloren gegen die USA ihr zweites Spiel mit 38:42.
