• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Leichtathletik

Dieses Team läuft für den Vatikan

19.01.2019

Rom Der Laufanzug in Marineblau, das Wappen des Heiligen Stuhls auf der Brust – und auf manchem Nonnenkopf ein kleiner Schleier: Wenn das Team „Athletica Vaticana“ an diesem Sonntag erstmals bei einem offiziellen Wettkampf für den Vatikan antritt, beginnt für die sportbegeisterten Ordensfrauen, Priester und Schweizergardisten aus dem Mini-Staat ein neues Kapitel. Ein Kapitel, das irgendwann mit der Olympia-Teilnahme enden könnte.

„Unser Traum war es immer, die Flagge des Heiligen Stuhls bei der Eröffnungsfeier von Olympischen Spielen zu sehen“, sagt Bischof Melchor Sanchez de Toca Alameda, der dem vor einer Woche gegründeten Verband vorsteht. Das 60-köpfige Leichtathletik-Team, zu dem neben Geistlichen auch Mitarbeiter der päpstlichen Leibgarde sowie zwei muslimische Migranten als Ehrenmitglieder gehören, will es allerdings langsam angehen. Erstes Ziel sei die Teilnahme an Veranstaltungen wie den Mittelmeerspielen oder den Spielen der europäischen Kleinstaaten. Der Anfang ist gemacht. „Ich habe das Vatikan-Team schon getroffen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, werde ich die Mannschaft in der europäischen Leichtathletik-Familie herzlich willkommen heißen“, sagte Svein Arne Hansen, Präsident des europäischen Leichtathletik-Verbandes EAA.

Los geht es am Sonntag bei der „Corsa di Miguel“ in Rom. Der Zehn-Kilometer-Lauf wird zu Ehren von Miguel Sanchez ausgetragen, einem argentinischen Langstreckenläufer, der während der Diktatur in dem südamerikanischen Land spurlos verschwand. Das Vatikan-Team geht dort gemeinsam mit mehreren Migranten an den Start. Zwar „nur“ außerhalb der Wertung über drei Kilometer, aber eben erstmals als eigene Mannschaft.

Der jüngste Läufer im Team ist ein 19-jähriger Schweizergardist, der älteste ein 62-jähriger Professor der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek. Und dann sind da auch noch Jallow Buba (20) aus Gambia und Anszou Cisse (19) aus dem Senegal. Beide haben in ihrer neuen Heimat Asyl beantragt. „Sport bedeutet, die Menschen zusammenzubringen“, sagt Michela Ciprietti, Apothekerin im Vatikan – und natürlich begeisterte Läuferin.

Gerade einmal 1000 Einwohner hat der nach Fläche und Bevölkerungszahl kleinste anerkannte Staat der Welt. An der Sportbegeisterung hat das noch nie etwas geändert. Seit 2007 gibt es den sogenannten Clericus Cup, ein Fußballturnier mit 16 Mannschaften, das jährlich im Frühjahr ausgetragen wird. Papst Franziskus ist großer Fan des argentinischen Fußballclubs San Lorenzo de Almagro, Johannes Paul II. war begeisterter Skifahrer. Voraussetzung für die Gründung des Verbandes war ein bilaterales Abkommen mit dem italienischen Olympischen Komitee CONI, das einen gegenseitigen Austausch vorsieht.

So haben die Vatikan-Sportler Zugang zur medizinischen Versorgung der Italiener sowie zu deren Nationaltrainern. CONI-Präsident und IOC-Mitglied Giovanni Malago sprach bei der Präsentation denn auch von einem „mutigen Anfang“. Nur Medaillen wegschnappen dürfte das kleine Team dem großen Nachbarn bitte nicht. „Werdet nicht zu groß“, sagte Malago.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.