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NWZonline.de Sport Leichtathletik

Ruth Spelmeyer hat Olympia fest im Visier

02.12.2015

Oldenburg Als Landestrainer Edgar Eisenkolb vor einigen Jahren seinen Talenten die Frage nach den sportlichen Zielen stellte, antworteten gerade einmal zwei von ihnen, dass sie irgendwann mal bei Olympia starten wollen. Eine davon war Ruth Spelmeyer. Ein knappes dreiviertel Jahr vor den Spielen 2016 in Rio stehen die Chancen für die Oldenburgerin so gut wie nie zuvor, ihren Traum zu verwirklichen.

Dabei war die Karriere der heute 25-Jährigen fast schon zu Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Als Zehnjährige hatte sie beim DSC Oldenburg mit der Leichtathletik begonnen. „Wir haben aber fast nur gespielt, das hat mir nicht so sehr gefallen. Deshalb habe ich wieder aufgehört. Irgendwann habe ich dann aber doch wieder Lust bekommen auf Leichtathletik. So bin ich mit 14 Jahren beim VfL gelandet“, erinnert sie sich.

Schnell kristallisierte sich ihre wahre Stärke heraus: das Sprinten. Bereits nach einem Jahr unter VfL-Trainer Jürgen Wegner konnte Ruth Spelmeyer ihre ersten Titel einfahren. Sowohl über 100 als auch über 300 Meter wurde sie Landesmeisterin. Hinzu kam der norddeutsche Titel im Langsprint. „Die 300 Meter bin ich immer gern gelaufen. Nur an die 400 Meter habe ich mich lange nicht herangetraut und mich sehr dagegen gewehrt. Als ich sie das erste Mal gelaufen bin, bin ich die Runde mehr gejoggt als gelaufen“, sagt sie.

2008 gewann sie bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin erstmals einen deutschen Meistertitel – damals noch über 200 Meter. Diesen konnte sie im Jahr darauf verteidigen. Zudem durfte sie bei den Jugend-Europameisterschaften in Novi Sad (Serbien) erstmals das Nationaltrikot tragen. Hatte sie im Einzel als Vierte über 200 Meter eine Medaille knapp verpasst, konnte sie sich mit der 4x100-Meter-Staffel über den Europameistertitel freuen.

Nach bestandenem Abitur zog Spelmeyer 2010 dann nach Hannover, um zu studieren und sich in der Trainingsgruppe von Landestrainer Edgar Eisenkolb weiterzuentwickeln, einer der stärksten Langsprint-Trainingsgruppen Deutschlands. Dort lebt sie mit anderen Spitzensportlern in einer WG am Olympiastützpunkt. Eisenkolb erkannte schnell, dass Spelmeyers Zukunft auf der Stadionrunde liegt: „Sie ist die geborene 400-Meter-Läuferin. Es hat aber gut zweieinhalb Jahre lang gedauert, bis auch sie das für sich akzeptiert hat.“

Nachdem Ruth Spelmeyer 2011 erstmals ernsthaft die Stadionrunde angegangen war, musste sie 2012 ordentlich Lehrgeld bezahlen. „Es war eine sehr schwierige Zeit für mich, da ich kaum Erfolgserlebnisse hatte. Mein Trainer hat mir da sehr geholfen und viel Mut zugesprochen. Die 400 Meter sind eine Strecke für die man sehr viel Erfahrung braucht“, berichtet die 25-Jährige: „Auch heute ist es noch keine Liebe, sondern eher eine Hassliebe.“

In diesem Jahr wurde sie aber endlich für ihr Durchhalten belohnt. Zwei deutsche Meistertitel und ein vierter Platz bei der Universiade bedeuteten ihre bisher größten sportlichen Erfolge. Dass sie nun bereit ist, sich ihren größten sportlichen Wunsch zu erfüllen, da ist sich ihr Trainer sicher. „Was ihre Einstellung und Disziplin zum Sport betrifft, ist sie in unserer Trainingsgruppe, aber auch in Deutschland ein Vorbild“, betont Eisenkolb: „Ihr ganzer Tagesablauf ist auf den Sport ausgerichtet.“

Sollte ihre Konkurrentin und Freundin Esther Cremer (TV Wattenscheid) im Sommer wieder zu alter Form finden, stehen die Chancen auf eine deutsche 4x400-Meter-Staffel bei Olympia gar nicht so schlecht. Aber auch im Einzelwettbewerb hegt Ruth Spelmeyer noch Olympiaträume. Allerdings muss sie dazu ihre aktuelle Bestzeit von 52,04 Sekunden, gelaufen bei der Universiade in Gwangju (Südkorea), noch deutlich steigern. Die deutsche Olympia-Norm ist auf 51,35 Sekunden festgelegt.

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DSC Oldenburg | TV Wattenscheid

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