Zürich - Da konnte ihr starker Zielspurt nichts mehr ausrichten: Auf ihrer Wunschposition als Schlussläuferin übernahm Ruth Spelmeyer im Finale über 4x400 Meter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich auf sechster Position den Staffelstab von Lena Schmidt (LT DSHS Köln) und lief diesen Rang souverän nach Hause – der Abstand nach vorn war schon zu groß gewesen.

„Ich habe versucht, an die Polin vor mir ranzulaufen, aber die ist am Ende richtig schnell“, wusste die Sprinterin des VfL Oldenburg. Den Vorsprung auf die siebtplatzierte Italienerin verteidigte Spelmeyer aber: „Ich wusste gar nicht, wie weit sie hinter mir war. Ich bin einfach gerannt“, sagte sie nach dem Finale am Sonntag.

Frankreich gewann vor der Ukraine und Großbritannien. Die deutsche Staffel lief mit 3:27,69 Minuten Jahresbestleistung. „Wir haben zum Saisonhöhepunkt unser Bestes abgeliefert – wir sind super zufrieden“, freute sich Spelmeyer über das Abschneiden „bei meiner ersten großen Meisterschaft“ und fügte hinzu: „Es war ein tolles Erlebnis, ich habe viel mitgenommen.“

Startläuferin war im Finale wieder Esther Cremer (TV Wattenscheid). Spelmeyer hatte diesen Posten im Vorlauf (3:30,39) am Sonnabend übernommen, weil die deutsche Meisterin wie die an Position zwei laufende Christiane Klopsch (LG Friedberg-Fauerbach) noch geschont wurde: Cremer hatte wenige Tage zuvor im Einzelwettbewerb über 400 Meter das Halbfinale bestritten, Klopsch jenes über 400 Meter Hürden. Im Vorlauf komplettierte Janin Lindenberg (SC Magdeburg) das deutsche Quartett.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion