Mannheim - Sprinterin Tatjana Pinto aus Münster darf bei der Leichtathletik-WM auf einen Start sowohl über 100 Meter als auch über die doppelte Strecke hoffen. Dagegen läuft ihre deutsche Rivalin Verena Sailer aus Mannheim der WM-Norm weiter hinterher. Einen großen Schritt zu den Weltmeisterschaften vom 22. bis 30. August in Peking machte Stabhochspringerin Lisa Ryzih, die im Rahmenprogramm der Junioren-Gala in Mannheim die Vorgabe von 4,55 Metern als dritte Deutsche erfüllte.

Pinto stellte am Sonntag beim Einlagewettbewerb über 200 Meter in Mannheim in 23,02 Sekunden eine deutsche Jahresbestzeit auf und blieb damit drei Hundertstel unter dem B-Richtwert für die WM. Über 100 Meter hatte die deutsche Meisterin die A-Norm von 11,25 Sekunden schon Anfang Juni unterboten. Sailer blieb dagegen auch bei ihrem dritten Wettkampf über dem geforderten WM-Limit, das bislang drei deutsche Läuferinnen unterboten. Sie zeigte aber ansteigende Form und siegte bei ihrem Heimspiel in 11,29 Sekunden.

„Es wird mit jedem Lauf ein wenig besser, das ist das Wichtigste. Wegen der Norm setze ich mich nicht unter Druck“, sagte Sailer. Bis zu den nationalen Titelkämpfen in Nürnberg, wo Ende Juli die drei WM-Tickets vergeben werden, sei noch ein Monat Zeit.

Derweil schickten Tyson Gay und Asafa Powell zwei Monate vor Beginn der WM Kampfansagen an Usain Bolt, der derzeit außer Form ist. Die beiden Altstars gewannen am Wochenende in absoluten Weltklassezeiten die amerikanischen beziehungsweise jamaikanischen Meisterschaften, bei denen Bolt fehlte.