THESSALONIKI - „Goodbye“ stand auf dem Stirnband, die Abschiedstränen standen in ihren Augen: 26 Tage nach dem WM-Gold von Berlin hat Steffi Nerius den Speer in die Ecke gestellt. Im griechischen Thessaloniki beendete die 37-jährige Leverkusenerin beim Leichtathletik-Weltfinale mit Platz drei (62,59 m) ihre Laufbahn.

„Ich habe alles gewonnen, was ich gewinnen konnte. Meine Karriere war ein Traum“, sagte Nerius, die seit 2002 als erfolgreichste deutsche Leichtathletin des neuen Jahrhunderts sieben internationale Medaillen gewann. „Aber zum Siegen war ich heute einfach zu müde“, gestand die Leverkusenerin nach der Niederlage gegen Russlands Maria Abakumowa (64,60) und Tschechiens Barbora Spotakova (63,45).

Den einzigen deutschen Sieg errang Betty Heidler von der LG Frankfurt. Die WM-Zweite gewann mit 72,03 m ein schwaches Hammerwurf-Finale. Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin/66,37 m) wurde Zweiter, Speerwerfer Mark Frank (Rostock/82,46 m) Dritter.

Auch Usain Bolt war erneut erfolgreich. Der Jamaikaner siegte über 200 m in 19,68 Sekunden und verabschiedete sich ungeschlagen aus der Saison. Über 100 m war Bolt nicht angetreten. Es gewann Tyson Gay (USA/9,88 Sekunden). Bei den Frauen schob sich Carmelita Jeter (USA) in 10,67 Sekunden auf Platz drei der 100-m-Weltrangliste aller Zeiten.