Lemwerder - Ein Auto liegt kopfüber im Graben, dichter Qualm steigt auf, verzweifelte Hilferufe sind zu hören: Ein Bild des Schreckens bot sich Christian von Hoff, als er im Winter letzten Jahres um acht Uhr morgens in Altenesch zur Arbeit fahren wollte. Der 41-Jährige zögerte nicht. Er kletterte auf das umgestürzte Auto, in das bereits Wasser eindrang, und öffnete den Kofferraum. „Zum Glück war es ein Kombi. Die Türen waren alle verklemmt“, erinnert er sich. Schnell hatte er das Unfallopfer geborgen. „Vorher hatte ich schon die Feuerwehr informiert“, erzählt von Hoff. Bei den am Tag des Geschehens starken Minustemperaturen hat er den Mann aus dem Auto vor starker Unterkühlung bewahrt.

Für seinen selbstkosen Einsatz wurde Christian von Hoff beim Neujahrempfang in Lemwerder am vergangenen Freitag von Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann geehrt. Er überreichte dem 41-jährigen aus Altenesch eine Armbanduhr mit dem Wappen der Gemeinde darauf. „Die werde ich nur zu besonderen Anlässen tragen“, freute sich von Hoff, der beim Empfang neben Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag saß. Dieser war am Unfalltag im vergangenen Winter als einer der ersten vor Ort gewesen. „Hartwig war früher mein Jugendleiter bei der Jugendwehr“, berichtet der Geehrte. „Ich habe damals wie er im Spielmannszug gespielt. “

140 Gäste waren in diesem Jahr zu Lemwerderaner Neujahrsempfang gekommen. Vorherrschendes Thema an den Tischen war bei einem zünftigen Stedinger Abendbrot die Landtags- und Bürgermeisterwahl am kommenden Wochenende.

In seiner Rede betonte Beckmann, dass die Gemeinde Lemwerder gut aufgestellt sei. Besonders die Wirtschaft entwickle sich gut, neben den großen Werften auch die mittelständischen Betriebe. Das Gewerbegebiet ist voll belegt, weshalb es nun erweitert werden soll. Dass sich gegen dieses Vorhaben Protest rege, nimmt der Bürgermeister gelassen. Diese Stimmen habe es vor Jahren auch bei den Planungen für das heutige Gewerbegebiet gegeben.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg