LEMWERDER - Im Juli 2004 stachen die WYC-Mitglieder in See. Sie dürften jetzt den Atlantik überqueren.
von Hauke Fooken
LEMWERDER - Wo sich Anke Prieß und Martin Birkhoff zurzeit aufhalten, das wissen nur ihre engsten Angehörigen. Vielleicht sind sie noch auf den Kapverden, vielleicht schlendern sie durch die Straßen von Senegals Hauptstadt Dakar – oder sie kreuzen mit ihrer 12-Meter-Yacht „Just Do It“, wie weiland Christoph Columbus, Richtung Westen, Amerikas Küsten entgegen. Sicher ist nur, dass die beiden Mitglieder des Weser-Yacht-Clubs (WYC) Lemwerder Weihnachten in Puerto Mogan auf Gran Canaria verbracht haben, um dann am 1. Weihnachtstag Kurs auf die Kapverden zu nehmen.Wir erinnern uns: Im Juli 2004 begaben sich die 45-jährige Bremer Behördenangestellte und der 46-jährige Landschaftsarchitekt auf die Spuren von Ferdinand Magellan (1480-1521), des ersten Weltumseglers. Irgendwann, in drei bis vier Jahren, wollen sie den Erdball umrundet haben und wieder in Lemwerder festmachen.
Nach der Kanal-Durchquerung segelte das Paar Richtung Süden, um im Oktober dem Affenfelsen von Gibraltar einen Besuch abzustatten. Von dort aus nahmen sie Kurs auf die Kanarischen Inseln. Während der Überfahrt, knapp eineinhalb Tage vor der errechneten Ankunft auf Lanzarote, geschah das, was Seglern Albträume bereitet: Anke Prieß entdeckte Risse im Mastfuß. Doch das Malheur hielt sich in Grenzen, nach fünf Tagen erreichten die Weltumsegler Lanzarote, wo der Schaden behoben werden konnte.
Anschließend erkundete die „Just Do It“-Besatzung die kanarischen Inseln, durchwanderte die zerklüfteten Landschaften Gran Canarias und bewunderte Delfine, die das Boot immer wieder begleiteten. Weil der Yachthafen von Las Palmas (Gran Canaria) zur Weihnachtszeit überfüllt war, musste die Yacht nahe des Handelshafens – über felsigem Grund – ankern. Mit der Folge, dass sich der Anker nicht mehr lichten ließ. Erst einem Taucher gelang es, die „Just Do It“ zu befreien – für immerhin 100 Euro.
Probleme gab es auch mit dem Schiffsmotor, der bei der Überfahrt nach Teneriffa zu muckern anfing. Der Grund: „Wir haben offenbar schlechten Diesel gebunkert“, schreibt Anke Prieß in einer E-Mail an den WYC. Dass Sie auch von Kakerlaken berichtet, die auf den Kanaren zu den liebsten blinden Passagieren zählen, soll hier nicht weiter vertieft werden. Doch auch mit diesen Gästen dürften die Weltumsegler klar gekommen sein.
