Lemwerder - Nach zehn Jahren sei es die letzte Aufführung ihres Programms „Die Diplom-Animatöse“. Wie sie dieses gestalten könne, so dass es für das Lemwerderaner Publikum ein schöner Abend werde, habe sie sich auf der Zugfahrt viele Gedanken gemacht, begann Christine Prayon ihren Auftritt in der Begegnungsstätte.

Haltung werde überbewertet, sagte sie; das sei nur etwas für Kabarettisten, wenn sie jung sind und keine Familie durchfüttern müssen. Also verzichte sie weitgehend auf Polarisierendes wie Politik oder Kirche, um Fettnäpfchen zu vermeiden. Viel lieber zeigte die aus der „Heute-Show“ bekannte Schauspielerin, wie wandlungsfähig sie ist.

Scheinbar platt und tiefgründig präsentierte Prayon daher viel lieber Auszüge aus ihrem noch nicht fertiggestellten „Scarlett-Schlötzmann-Zyklus“. Weitaus glamouröser als Diva, dem Ausziehen bis aufs Hemd, dem Ableben der Künstlerin nach dem Verzehr eines von einem Zuschauer gereichten „Gras-Bonbons“ (Günther oder Cannabis, war nicht ganz klar) und der multiplen Persönlichkeit, wegen der das Programm zum Glück nach dem „Personenschaden“ nur kurz unterbrochen werden musste, ging es nach der Pause weiter.

In der Rolle der „crazy Vorgruppe“ oder beim Blick ins Polizei-Archiv sollte herausgefunden werden, was „P.“ für ein Mensch ist. Anhand komplizierter Berechnungen suchte sie weiter nach der Existenz des deutschen Humors und überließ es dem Publikum, sich Vorurteile zu bilden. Herzlich gelacht wurde über die Parodie der Carla-Bruni-Parodie und der in Badebekleidung vorgetragenen Geschichte des Mario Barth.