LEMWERDER - Anfangs wusste Rilana Rethorn (19) eigentlich nur, was sie nicht werden wollte: Erzieherin. Auf Anregung ihrer Mutter, die im Kindergarten arbeitet, schnupperte sie ein paar Tage Kindertagesstätten-Luft – und stellte prompt fest: „Das war überhaupt nichts.“ Die Begabungen, die Interessen sind eben verschieden. Zum Ende ihrer Schulzeit, Rilana war mit einem Alter von 16 Jahren eine der Jüngsten in ihrer Realschul-Abschlussklasse an der Eschhofschule, bewarb sie sich bei der Lemwerderaner Gemeindeverwaltung und wurde unter einer Vielzahl von Mitbewerbern ausgewählt. In der Regel stellt die Gemeinde pro Jahr einen Auszubildenden ein, wer das „große Los zieht“, darf schon ganz zufrieden sein.
Zufrieden ist auch Ausbildungsleiter und Hauptamts-Chef Jürgen Peters mit der jungen Frau aus Altenesch, die demnächst ihre Ausbildung abschließen und danach noch mindestens für ein Jahr weiterbeschäftigt wird. „Das ist bei uns so üblich“, sagt Peters. „Wenn danach – etwa durch Elternurlaub oder Pensionierung – etwas frei wird, besteht natürlich die Chance auf Weiterbeschäftigung mit Angestelltenvergütung und einem eigenständigen Aufgabenbereich.“ Den Azubis aus dem Lemwerderaner Rathaus bescheinigt der Hauptamts-Leiter gute Berufsaussichten. Fast alle, die sich woanders hätten bewerben müssen, hätten nach seiner Kenntnis auch gute Jobs gefunden. Was eine gute Verwaltungsfachkraft auszeichnet? Peters: „Man muss Vorschriften beachten und mit Paragraphen umgehen können.“
Während ihrer Ausbildung hat Rilana alle möglichen Stationen im Rathaus durchlaufen. Und große Teile ihrer Ausbildungszeit die Schulbank gedrückt – in Blockform an der Berufsschule in Delmenhorst und dem Studieninstititut für kommunale Verwaltung in Oldenburg.
Wenn es nach Rilana Rethorn ginge – sie würde gerne in Lemwerder bleiben. Man wird sehen.
