Lemwerder - „Unfassbar“, „wie widerlich können Menschen nur sein“, „langsam macht mir unsere Gesellschaft Angst“: Zahlreiche Leser verfassten am Mittwochabend Kommentare wie diese auf dem Facebook-Profil von NWZonline. Der Artikel, auf den sich jene Leser beziehen, thematisiert einen Vorfall in Lemwerder, mit dem sich die 20-jährige Alina Raschke an die NWZ gewandt hatte. Am Montagabend hatte sie fassungslos mit einer Freundin beobachtet, wie eine Frau in einem weißen SUV eine Entenfamilie auf der Niedersachsenstraße überfuhr. Dabei wurden zwei der vier Küken getötet.

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Dass die etwa Mitte 30 Jahre alte SUV-Fahrerin das absichtlich gemacht habe, macht die Lemwerderanerin daran fest, dass die Unbekannte zunächst abgebremst, dann aber Vollgas gegeben habe, obwohl die Enten mitten auf der Straße gewesen seien. Alina Raschke erstattete Anzeige bei der Polizei.

Neben fassungslosen, traurigen und wütenden Kommentaren hagelte es sowohl auf dem NWZonline-Profil als auch in der Facebook-Gruppe „Lemwerder Ortsgespräch“ wüste Beschimpfungen gegen die SUV-Fahrerin. Einige Facebook-Nutzer unterstellten jenen Kommentatoren eine Doppelmoral: „In Deutschland sterben übrigens 120 000 Eintagsküken, jeden Tag. Bei lebendigem Leib geschreddert oder vergast. Aber das ist wahrscheinlich was ganz anderes, oder?“ Eine Nutzerin fragt: „Wie kann man jemanden derart beschimpfen? Ohne dessen Sichtweise zu hören? Oder selber gesehen zu haben, was passiert ist?“

Ein Mitglied der Lemwerderaner Facebook-Gruppe setzte 100 Euro Belohnung aus für Hinweise, die zur Ergreifung der Autofahrerin führen, auch auf NWZonline bot ein Leser eine finanzielle Belohnung.