LEMWERDER - LEMWERDER/HFO - „Die europaweite Ausschreibung für den In-Flight-Simulator läuft“, so Professor Volker Mellert, Akustik-Spezialist der Universität Oldenburg. Geht alles nach Plan, dann könnte der Kabinensimulator noch in diesem Jahr auf dem Gelände der Aircraft Services Lemwerder (ASL) in Betrieb gehen. Unterstützt wird das Forschungsprojekt, das mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt wird, u.a. mit Geld von der Europäischen Union (EU). Schützenhilfe bei der Ausschreibung leistet das Wissenschaftsministerium in Hannover.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Simulatoren, die vorrangig der Pilotenausbildung dienen, soll der Innenraum-Simulator für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden. Untersucht wird mit Hilfe einer in ein Forschungslabor umgebauten VFW 614, welchen Einfluss der Lärmpegel, die Innentemperatur und das Raumklima auf die Menschen an Bord haben, so der Physiker. Laut Mellert gebe es schon jetzt Anfragen von Flugzeugbauern (z.B. Airbus), die das Knowhow aus Lemwerder nutzen möchten.

Nach dem Rückbau der industriellen Kapazitäten bei ASL könnte der im Aufbau befindliche Forschungssimulator Simulator der Region neue Impulse geben. Daneben ist bereits seit Januar ein Team des EADS-Konzerns in Halle 23 mit so genannten Signaturmessungen befasst. Dabei handelt es sich um eine Forschungsgruppe, die z.B. die Absorption von Radarstrahlung bei Flugzeugen untersucht und Strukturmessungen an Rumpf oder Tragflächen durchführt. Die Experten sollen auch bei der Konstruktion des Militär-Airbus A400 M mitarbeiten, sagte ASL-Geschäftsführer Dr. Andreas Rohne.

Noch offen ist, ob es dem Unternehmen gelingen wird, weitere Forschungskapazitäten nach Lemwerder zu holen. Interesse dafür sei jedenfalls vorhanden, hieß es gestern aus gut unterrichteten Kreisen.