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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Lemwerder

Jeder kann einen Beitrag leisten

22.10.2018

Lemwerder Der Klimawandel kommt nicht – wir sind seit 30 Jahren mittendrin. Und das werden all die, die jetzt jünger als 20 Jahre sind, ausbaden müssen. Die Lage ist sehr ernst, aber nicht hoffnungslos, wenn in den nächsten fünf Jahren die ganze Welt auf die Bremse tritt, meint Dr. Michael Schirmer. Der Bremer Deichhauptmann war anlässlich der Ausstellungseröffnung „Klima, Kunst und andere Katastrophen“ mit einem Vortrag in der Begegnungsstätte Lemwerder zu Gast.

„Endlich mal nicht Hund, Katze, Maus, sondern ein richtiges Thema. Wir alle sind im knackigen Alter, in dem wir nicht mehr auf Demos gehen oder uns an Gebäude ketten. Stattdessen versuchen wir durch unsere Bilder, den Finger in die Wunde zu legen“, ergänzte Peter Bock von der Malwerkstatt Delmenhorst. Das Thema, das sich die Mitglieder der Gruppe dieses Mal für ihre Wanderausstellung ausgesucht haben, sei gewiss auch in 50 Jahren noch aktuell.

Die Bilder seien toll, und über Klimaveränderungen müsse er nicht viel sagen. Die Ausstellung rege zum Nachdenken an, begrüßte der Vorsteher des 1. Oldenburgischen Deichbands, Cord Hartjen, die Anwesenden. Einen besonderen Dank schickte er an Bürgermeisterin Regina Neuke, die sofort den Kontakt zur Begu hergestellt habe.

Doch vor dem Blick auf die „Katastrophenbilder“ stand nach einigen Fakten, Daten und Zahlen von Cord Hartjen zu den hiesigen Deichen ein spannender Vortrag seines Bremer Kollegen Dr. Michael Schirmer, der auf Auswirkungen des Klimawandels in der Wesermarsch und Bremen einging.

Ganz überrascht sei man nach der ersten Weservertiefung von dem Tidenhub gewesen, der deutlich höher ausfiel, als erwartet. Mit jeder Glättung und Vertiefung des Flusses komme das Wasser schneller herein. Nach ursprünglich 30 Zentimetern betrage der Unterschied zwischen Ebbe und Flut heute im Durchschnitt rund viereinhalb Meter. Viele Bereiche entlang der Weser würden ohne Deiche jeden Tag zweimal unter Wasser stehen.

Von 1960 bis 1990 sind im Schnitt die Herbste zwölf Tage länger und die Winter drei Wochen kürzer geworden, erklärte Schirmer. Das würden die Aufzeichnungen belegen. Global gesehen seien aber nicht nur die abschmelzenden Eisflächen problematisch; für die Erhöhung des Meeresspiegels sorgten auch die sich durch Erwärmung der Ozeane ausdehnenden Wassermassen.

Aus dem Weltraum wird seit 1993 der Anstieg des Meeresspiegels gemessen. Er betrage 3,4 Millimeter pro Jahr – also immerhin 34 Zentimeter in 100 Jahren. Hinzu käme, dass sich in diesem Zeitraum hier das Land entlang der Küste um bis zu 25 Zentimeter absenke.

Drastisch müsse darum der CO2-Ausstoß reduziert werden. Jeder könne einen Beitrag leisten dazu leisten. Knackig heiße, trockene Sommer und laue, feuchte Winter seien sonst die unter anderem spürbaren Folgen.

47 Bilder, die nicht nur die Realität, sondern auch die Veränderungen von Umwelt und Natur darstellen, präsentierten der Vorsitzende der Malwerkstatt, Ulrich Thalmann, und seine 40 Künstler. Bis zum Jahresende ist die Wanderausstellung noch in der Begegnungsstätte Lemwerder (Edenbütteler Straße 5) zu bewundern.

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