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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Lemwerder

Bretter sorgen für Befriedung

25.07.2019

Lemwerder „Nach unserer Wahrnehmung liebt die Mehrheit unter uns Menschen Rauch- und Mehlschwalben“, meint Hartmut Drebing vom Naturschutzbund Stedingen. „Vielleicht liegt es daran, dass diese virtuosen Flugkünstler immer wieder unsere Nähe suchen und uns offensichtlich, anders als manch andere Tierart, nicht als Bedrohung, also eher sympathisch empfinden. Das schmeichelt uns.“

Der Naturschützer beschreibt damit, was die Schwalben ausmacht, sie sind zu Naturfolgern geworden. Wenn auch nicht ganz freiwillig: Weil natürliche Brutmöglichkeiten immer seltener wurden, haben sie sich angepasst. Mehlschwalben bevölkern Häuserwände, Rauchschwalben Ställe und Scheunen.

Ganz ohne Hinterlassenschaften geht so ein sommerliches Brutgeschäft aber dann doch nicht ab: Die Verdauungsreste des hungrigen Nachwuchses müssen schließlich irgendwo bleiben. Oder, wie Drebing es ausdrückt: „Womit wir Menschen mindestens in der gleichen Mehrheit hadern, ist mit dem Kotverhalten dieser quirligen Zugvögel.“

Auch am CVJM-Wohnheim in Lemwerder lieben die Menschen ihre Schwalben. Hier brüten unter der permanenten Aufsicht der Bewohner vor allem Mehlschwalben seit Jahren in einer brutkolonieartigen Dichte unter den langen, stark auskragenden Dachüberständen. Aktuell sind es 16 selbsterbaute Schwalbennester in sechs Metern Höhe.

Aber auch hier werden zum Ärger der Menschen Fensterbänke, Türeingänge, Hauswände und Glasscheiben unerwünscht mit schwarz-weißem Gekälk verziert, wenn die Altvögel emsig ihren Nachwuchs im Nest füttern.

Als „tragfähigen Kompromiss, damit unsere Toleranz gegenüber den Schwalben nicht auf null sinkt“, hat der Nabu nach einer technisch einfachen Lösung gesucht – und eine gefunden: Von Nabu-Projektleiter Gerrit Eck wurden mit Hilfe einer Leiter in der Höhe unter elf Mehlschwalbennestern Bretter installiert, die fast jeglichen Kot 40 Zentimeter unterhalb des Nestes auffangen. „Die Schwalben waren, ebenso wie die Menschen vor Ort, während der Ausführung der Montagearbeiten kurzzeitig aufgeregt“, schildert Drebing. „Aber am Ende war es für beide, für Mensch und Tier, ein guter Kompromiss, der wieder einvernehmliches Miteinander hergestellt hat.“

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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