Lemwerder - Feuerwehrfahrzeuge von der Stange gibt es nicht. Die gut überlegten und viel diskutieren Wünsche, die die Lemwerderaner Feuerwehr für ihren Einsatzleitwagen (ELW) hatte, waren allerdings so speziell auf die Bedürfnisse der Gemeinde ausgerichtet, dass sie zunächst keiner der Fahrzeugbauer erfüllen konnte. Bis man in Twist einen Sonderfahrzeugbauer fand, der sich den Herausforderungen stellte, erinnerte Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag an den rund ein halbes Jahrzehnt dauernden Werdegang des Vorhabens.

Bei einer Feierstunde im Feuerwehrhaus, an der neben Mitgliedern aller drei Ortswehren auch Kreisbrandmeister Heiko Basshusen, sein Stellvertreter Hartmut Schierenstedt, Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer, Fachbereichsleiter Dennis Paack sowie Pia Becker und Anke Reil von der Landesbrandkasse teilnahmen, überreichte Bürgermeisterin Regina Neuke offiziell die Fahrzeugschlüssel an Sondag.

Die Zeit, die man sich bei den Planungen lassen konnte, habe sich gelohnt, denn neben allen anderen Vorteilen verfüge der ELW nun auch über die aktuelle Digitaltechnik, merkte Hartwig Sondag an. „Viele Kleinigkeiten machen das Fahrzeug zu etwas ganz Großem. Wenn in kleinen Autos heutzutage schon sehr viel Computertechnik stecke, ist unserer ELW dagegen mit der NSA vergleichbar“, scherzte er, bevor er die Fahrzeugschlüssel an Ortsbrandmeister Lars Prößler weiterreichte.

Fünf Bildschirme, zwei während der Fahrt zu bedienende Computerarbeitsplätze, fünf digitale sowie zwei analoge Funkgeräte mit den entsprechenden Antennen gehören genauso zur modernen Ausstattung wie beispielsweise eine Rückfahrkamera oder Jalousien. Neben sehr viel ehrenamtlicher Arbeit und Zeit waren 86 000 Euro in die Ausstattung geflossen, zu denen noch die Anschaffungskosten des gebrauchten Fahrgestells kamen, das dank der Bemühungen von Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer für seine Ortswehr günstig erstanden werden konnte. Als Partner der Wehren beteiligte sich die Landesbrandkasse mit 1000 Euro an den Kosten.

„Unheimlich viel Zeit und Kraft steckt man in Dinge, von denen man hofft, sie nie zu brauchen“, schmunzelte die Bürgermeisterin. Wie wichtig eine moderne Ausstattung der Feuerwehr zum Schutz von Leben und materiellen Werten ist, bekam die Gemeinde in den letzten Monaten gleich mehrfach zu spüren, als Ernst-Rodiek-Halle und die kommunale Kindertagesstätte von Bränden heimgesucht worden waren.