„A 20 von ungeahnter Bedeutung für Region“, Region, 19. November und andere Berichte

Als Ergebnis der Veranstaltung in Neustadt mit den Planungsbeauftragten der A 20 ist festzustellen: Eine Alternative zur Küstenautobahn ist nicht gewünscht und wird nicht erwogen. Durch das letzte unzerstörte Stück Natur zwischen zwei Bundesstraßen muss die Autobahn führen. Die betroffenen Gemeinden haben keinerlei Nutzen von der reinen Transitstrecke, außer der vagen Hoffnung auf ein Gewerbegebiet in Neustadt.

Wir Mentzhauser bekommen eine endgültige Trennung in Nord und Süd, gekrönt von einer ca 150 m langen, 6,50 m hohen Autobahn-Brückenführung, die parallel zur Wohnsiedlung Schulhelmer verläuft. Lärmschutz bleibt offen, wir sind eine Streusiedlung und kein reines Wohngebiet. Eine 60-Dezibel -Lautstärke hört sich 24 Stunden lang wie leise Radiomusik an, so die Auskunft der vortragenden Fachleute. Bei den markigen Versprechungen und der Euphorie von Enak Ferlemann und allen Befürwortern aus Politik und Wirtschaft wäre es nur konsequent, wenn sie ihre Wohnsitze in die zerstörten Landschaften am Rande der Trasse verlegen würden.

Was auch immer die Planung und den Bau der sogenannten Küstenautobahn vorantreibt, der gesunde Menschenverstand kann es nicht sein.

Maria Ebling, Jade-Mentzhausen

Schön, dass jetzt auch hier Wohlstand und Wachstum wegen einer Autobahn vorausgesagt werden. Doch haben wir das von den blühenden Landschaften nicht auch schon gehört? Mich wundert nur, ob alle bundesweit im vordringlichen Bedarf stehenden Projekte – dort ist die A 20 nicht zu finden – jetzt wegen „ungeahnter Bedeutung“ für den Norden einfach hintan zu stehen haben? Müsste nicht dort, wo viel Verkehr und somit Stau stattfindet, erst einmal für Linderung gesorgt werden? Und müssten im Norden die Investitionen nicht eher in die Bahn einschließlich Lärmschutz (!) und Wasserwege gehen? Die Masse der in den Häfen ankommenden Güter muss Richtung Süden und nicht West/Ost wie die A 20. Ich kann auch kein richtiges Wachstum für uns erhoffen, wenn den holländischen Häfen möglichst per Gigaliner direkter Zugang durch die dann hier zerstörten Moore nach Skandinavien angeboten wird.

Daniel Schaetzle, Jade

Lange war nichts mehr von Herrn Ferlemann zu hören und zu sehen (...) – bis zum jüngsten Martinsgansessen. Zum Beispiel: „Der Norden steht auf der Liste des Bundesverkehrsministeriums auf Platz eins aller zukünftigen Investitionen“? Ferlemanns Chef, Minister Ramsauer, hatte große Mühe, den Katalog aller Projekte in Deutschland, die versprochen wurden und ausstehen, in einer Anfrage von Bundestagsabgeordneten zu sortieren, geschweige denn ordnungsgemäß und verbindlich zu beantworten.

Oder: Was versteht denn Herr Ferlemann unter „Verlängerung“ bei einem immerhin 130 Kilometer langen und – inklusive Elbunterquerung – nicht unter 2,5 Milliarden € teuren Neubau „zunächst“ bis Westerstede? Ist hier die Planung schon weiter, eine weitere „Verlängerung“ als Neubau quer durch Niedersachsen etwa bis Köln? (...)

Zum Schienenausbau Wilhelmshaven-Oldenburg für den Jade-Weser-Port hat Herr Ferlemann gesagt: „alles picobello“, später, erst nach Vollauslastung, kommt Elektrifizierung und „kein Lärmschutz“ (...). Ungeahnte Bedeutung für die Region!

Von ungeahnter Bedeutung für die Region sind – da muss man Herrn Ferlemann unbedingt beipflichten – um nur einige Beispiele zu nennen, besonders: die feste Absicht, den Flächenverbrauch, die Missachtung von Mensch und Natur, die nicht einschätzbaren und unübersehbaren Baukosten (Moortiefen usw.) voranzutreiben, wobei der Nutzen nachgewiesenermaßen in keinem Verhältnis dazu steht. (...)

Wäre das doch schön, wenn einer mal etwas über Verbesserungen bei Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen, Unis und deren Finanzierung geredet hätte.

Gerd Warstat, Westerstede