Staatsversagen? Unmittelbar nach dem Berliner Anschlag haben sich die Angehörigen der Opfer in Berlin zusammengetan und die Öffentlichkeit gebeten, deren Namen nicht zu veröffentlichen.
Sie wollten – unmittelbar vor Weihnachten – mit ihrer Trauer und den Sorgen um die Verletzten in Ruhe gelassen werden. Sie wollten gerade nicht erleben, dass ihnen die Paparazzi die Häuser einrennen, wie es in Frankreich nach den Anschlägen geschehen ist. Ich halte das für den legitimen Wunsch der Angehörigen. Herr Will hingegen vermisst diesen „emotionalen Wirbelsturm“ und „die eindrucksvollen Momente französischer Gedenkkultur“ (!!!), wirft den Behörden, die dem Wunsch entsprochen haben, vor, dass sie „herzlos mit den Hinterbliebenen umspringen“, und versteigt sich auch hier zum wiederholten Mal auf Stammtischniveau zum Vorwurf des „Staatsversagens“. Das ist Journalistenversagen!
