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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Aufruf zum Handeln an Schülerinnen und Schüler

23.03.2019
Betrifft: „(Selbst)Täuschung“, Kommentar von Alexander Will und „“Auf die Nerven gehen“, Kommentar von Christian Quapp zu den Freitagsdemonstrationen, Meinung, 16. März, sowie weitere Berichte

Hier meine Antwort auf ihre drei „Fehlwahrnehmungen“.

1. Das Demonstrieren der Schulkinder für mehr und schnellere Aktivitäten beim Klimaschutz wird doch dadurch nicht falsch, dass die Kinder eventuell von ihren Eltern mit dem Auto zur Demo gefahren wurden. Das würde doch bedeuten, dass zum Beispiel unsere Umweltministerin Frau Schulze zukünftig nur noch mit dem Fahrrad oder Segelschiff zur nächsten Klimakonferenz fahren dürfte, um von Ihnen anerkannte Klimapolitik betreiben zu dürfen. 2. Konformistisch? Wenn auf den Schülerdemos Pflastersteine fliegen würden, wäre das für Sie angepasster? Dann würden sie doch die andere Schublade aufmachen und schreiben: So geht’s aber nicht! Und der Friedensnobelpreis für Greta Thunberg? Schon jetzt führen Wasserknappheit und fehlende Ernährung zu Kriegen auf dieser Erde. Und in wenigen Jahren werden wir vermutlich auf Klimaflüchtlinge an den Grenzen Europas schießen. Und hier kommt jetzt der Nobelpreis ins Spiel...

3. Stimmt, sie haben recht: In vielen Ländern auf dieser Welt haben die Menschen andere Sorgen: Nämlich durch Armut, Ungleichheit und auch Klimawandel ausgelöste Sorgen. Deshalb müssen ja auch wir in den satten und reichen Ländern mit guter Klimapolitik und persönlichem Engagement vorangehen.

Und noch ein Satz zur Hysterie: Die von Ihnen so geschmähten Schulkinder scheinen eine der wenigen gesellschaftlichen Gruppen zu sein, die verstanden haben, dass die Zeit für die Rettung des Weltklimas ziemlich schnell abläuft: Ich persönlich fand den Rhein durch einen Besuch in Koblenz im Herbst 2018 schon ziemlich trocken.

Dr. Erich Herlyn
Oldenburg

Ich gebe es zu. Ich bin absolut kein Fan von seinen Kommentaren. Mit seinem Kommentar zur „Selbst“Täuschung aber hat er gezeigt, wie kurz er zuweilen springt. Durchzogen von Polemik soll die Bewegung der Jugend ins Lächerliche gezogen werden, um davon abzulenken, dass wir alle vor einem ungeheuren Problem stehen, wenn nicht eine Vollbremsung vollzogen wird. Und es geht nicht um den einzelnen Urlaubsreisenden, auch nicht um das Elterntaxi. Es geht um die großen Verschmutzer von Industrie und Land- und Viehwirtschaft.

Was bringen uns die Klimakonferenzen mit einer Einigung auf kleinstem Nenner, die bei nächster Gelegenheit aufgekündigt werden? Alle Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz bleiben freiwillig, nichts ist verpflichtend.

Unsere Jugend, das sind jene, die noch leben, wenn es uns schon nicht mehr gibt. Harald Lesch hat in einer Uni in München dazu einen Vortrag gehalten und berichtet, dass damit gerechnet wird, dass im Jahre 2060 mehr als eine Milliarde Menschen auf der Flucht vor dem steigenden Meeresspiegel sein werden. Was das für den Weltfrieden bedeutet, kann man sich ohne große Fantasiebegabung vorstellen. Insofern ist der Friedensnobelpreis für Greta Thunberg berechtigt.

Und für Existenzangst muss man nicht bis Indien denken. Da reicht Oldenburg, wenn ich mir in Erinnerung rufe, was der NWZ kürzlich einen ganzseitigen Artikel wert war, über einen Mann, der 40 Jahre gearbeitet hat, so krank wurde, dass nichts mehr geht und ihn alle Ämter im Stich lassen, und seine Erwerbsunfähigkeit nicht anerkennen wollen. Etwas weniger Polemik und Zynismus Herr Will, dafür etwas mehr Empathie und den Blick aufs große Ganze geheftet. Vielleicht werde dann sogar ich ein Fan.

Angelika Rimbach
Oldenburg

Herr Will, war bis dato oft Ihrer Meinung, aber jetzt dieser Kommentar. Ich bin empört!!! Wenn sie Kinder hätten, ich gehe davon aus, Sie haben keine, sonst könnten Sie das so nicht verbreiten. Nach uns die Sintflut? Wenns ernst wird, sind Sie und ich wahrscheinlich schon tot.

Aber was ist mit meinen Kindern und hoffentlich zukünftigen Enkelkindern? Mann, die Lage ist verdammt ernst und Sie spielen das herunter und diskreditieren die Ernsthaftigkeit der Demonstranten. Es geht nicht um Befindlichkeiten, wie Sie unterstellen, sondern um Fakten. Klar gibt es eine kognitive Dissonanz zwischen Wissen und Tun, das ist zutiefst menschlich und tut nichts zur Sache. Außerdem ist es eine weltweite Bewegung, nicht angeblich.

In Indien und Afrika gab es Demonstrationen (Tagesschau + Zeit vom 14.03.). Nach ordentlicher Recherche sieht das nicht aus! Ist der Klimawandel keine existenzielle Bedrohung?

Bei Ihnen klingt da Trump durch. Verbreiten Sie „Fake News“ , um Ihre Weltsicht zu rechtfertigen? Das ist in meinen Augen kein seriöser Journalismus mehr, sondern rechte Meinungsmache.

Heino Ruppenthal
Oldenburg

Laut SZ bzw. Forschungsgruppe Wahlen sind inzwischen 67 Prozent der Erwachsenen „aufseiten der jugendlichen Klimaprotestierer, auch wenn die Demos während der Schulzeit stattfinden. Lediglich die Anhänger der AfD sind mehrheitlich gegen den Protest.“ Wenn Will gegen Merkel agitiert, die Sympathie für die um das Klima besorgten Demonstranten zeigt, sorgt er nicht für kritische Differenzierung, sondern für eine Spaltung auch unserer Gesellschaft nach US-amerikanischem Vorbild. Das ist schlechter Journalismus!

Niels Hoffmann
Varel

Der Kommentar von Herrn Quapp zu den Umweltaktionen „Fridays for Future“ von Schüler(inne)n und Student(inn)en trifft in allen Aspekten genau den Kern (bravo!). Herr Wills Kommentar dagegen lebt von Unterstellungen, die ein von ihm behauptetes Bild der jungen Generation belegen sollen. Seine Polemik ist mir in ihrer Art seit 50 Jahren von Rechtskonservativen und Systemhörigen (es besteht doch Schulpflicht) bestens bekannt. Für das Elterntaxi, möglichst noch mit dem SUV, besitzen immer noch die Eltern die Entscheidungsgewalt. Die 16-jährige Greta Thunberg auf die vorgetragene Art anzugreifen, zeigt seine ganze Arroganz. Für die heute „echten, existenziellen Sorgen der Leute in China, Indien oder Afrika“ (die Reihe ließe sich noch beliebig fortsetzen) tragen seine und auch meine Generation durch ein ausbeuterisches Wirtschaftssystem eine nicht unerhebliche Mitverantwortung.

So wie Politik und Wirtschaft zurzeit handeln, kann ich den demonstrierenden Schülerinnen, Schülern, Studentinnen und Studenten nur wünschen: Werdet mehr, werdet lauter und werdet unangenehm!

Dr. Christian Lehr
Oldenburg

Was beabsichtigt Herr Will mit seinem Kommentar? Ist er ein Klimawandelleugner? Dann sollte sich die NWZ schleunigst von ihm trennen.

Wenn nicht, sollte auch ein Herr Will dankbar sein über jede Aktivität, die uns die katastrophalen Folgen des Klimawandels nicht nur ins Bewusstsein ruft sondern uns auch noch zum Handeln auffordert. Das Haus brennt, und zwar durch uns Erwachsene in Brand gesetzt! Da sollten wir mehr als froh sein, wenn unsere Kinder „den Notruf wählen“! Und wenn der Notruf bei einem „eskalierenden“ Problem „aus Sorge ...kurz und bündig, aber professionell“ ist (s. S. 8 vom Sa.), dann ist das schon (mehr als) ein Lob wert – eventuell sogar mittels eines Nobelpreises.

An uns Erwachsenen ist es dann verdammt noch mal, den selbst gelegten Brand zu löschen! Wir Erwachsenen fahren die Kinder mit dem SUV zur Schule (Karikatur von Haitzinger), kaufen ein und bestimmen die Produktionsprozesse! Das „Wissen“ ist da, Herr Will, es muss umgesetzt werden! Daran mangelt es, und darauf weisen uns unsere Kinder hin. Und dafür sollten wir ihnen dankbar sein.

Otto Krippner
Oldenburg

Ich möchte, da ich die politische Ecke des Autors kenne, nicht auf die Diffamierungen in diesem Artikel eingehen.

Mir geht es darum aufzuzeigen, das die Schulkinder durch die Beschäftigung mit dem Thema Klimaschutz und der Feststellung der eigenen Betroffenheit, mehr für ihr Leben lernen, als je eine Schulstunde erreichen könnte.

Sie tragen die Diskussion in die Familien und so einige SUVs werden jetzt sicherlich in den Familien hinterfragt.

Aber wesentlicher scheint mir noch, dass die von den Schülern erbrachte Arbeit der Organisation der Demos, und die weltweite Vernetzung ihnen deutlich macht, dass man nur zusammen in der Welt etwas bewegen kann, und dass man es bewegen kann. Für die „verhinderten Chinesen“ wird gerne mitgestreikt… Greta Thunberg möchte Panik in den Augen der Politiker sehen. Die ersten Ansätze sind schon deutlich zu sehen. Sollten sich die Schüler ihrer Macht, die sie durch die Demonstrationen während der Unterrichtszeit haben noch bewusster werden, dann, liebe Leute, wird die Panik anfangen zu galoppieren.

Übrigens Herr Autor, Wissen erwirbt man sehr wohl beim Friday for Future. Vor allen Dingen das Wissen, dass alle Technologie für eine Veränderung der Klimapolitik schon längst vorhanden ist. Sie muss nur angewandt werden, und das jetzt.

Bernd Ruthenberg
Oldenburg

Diskreditierung statt sachlicher Argumente! Im Kommentar ortet Alexander Will drei Fehlwahrnehmungen bezüglich der Zukunftsfreitage.

Mal abgesehen davon, ob in Teilen der Medien oder der Öffentlichkeit diese aufgeführten „Fehlwahrnehmungen“ tatsächlich relevant vorkommen.

In den Ausführungen im Kommentar wird dies aus meiner Sicht jeweils lediglich als Aufhänger genutzt, um den Protest und die jungen Menschen zu diskreditieren.

Dazu dienen dann auch Unterstellungen zum (ökologischen) Fehlverhalten. Woher weiß er eigentlich, wie sich diese jungen Menschen in ihrem Alltag jeweils verhalten? Auch wenn Kritik an diesem oder jenem Verhalten an sich richtig ist, berechtigt dies nicht zu einfachen Verallgemeinerungen und den Protestierenden ihre Erkenntnisse und Forderungen abzusprechen. Diesen jungen Menschen geht es doch darum deutlich zu machen, dass wir jetzt Veränderungen im Umgang mit dieser Erde und den vorhandenen Ressourcen brauchen, damit die zukünftige Lebensgrundlage nicht zerstört wird. Übrigens könnte dies auch einen Beitrag zur Minderung der existenziellen Sorgen in Asien oder Afrika leisten. In dem Kommentar findet sich zu den Anliegen keinerlei sachliche Auseinandersetzung. Stattdessen ein Rundumschlag mit vielen diffamierenden Begriffen.

Vom NWZ-Nachrichtenchef erwarte ich mehr sachliche Auseinandersetzung mit einem Anliegen statt Demagogie.

Edith Roth
Oldenburg

Liebe Schüler!

Es ist lobenswert, dass ihr euch für das Thema Klimaschutz engagiert. Aber leider bringen die Demos nichts, denn gerade die Politiker, die euch zustimmen, sind seit Jahren an der Macht und hätten schon längst etwas ändern können. „Wissen ist Macht,“ also lernt Physik, Biologie, Chemie, Umweltschutz...

Politiker reagieren nur, wenn ihr sie unter Druck setzt. Also nicht demonstrieren, sondern Briefe schreiben. Schickt sie an eure Bundestagsabgeordnete und verlangt eine schriftliche Antwort. Keine Emails, die werden nur gelöscht. Briefe belasten die Mitarbeiter und die Abgeordneten. Übrigens gibt es zur Zeit die Briefmarken mit der Geschichte vom Grüffelo. Das passt ausgezeichnet! Verzicht!

Verzichtet alle auf Lebensmittel aus dem Ausland. Der Transport belastet die Umwelt enorm. Esst nur heimisches Gemüse und Fleisch. Damit stärkt ihr auch die kleinen Bauern. Verzichtet auf die Stromfresser oder engt den Verbrauch ein. Also keinen elektrischen Rasenmäher, sondern mäht mit dem Handmäher. Geht gut und ist auch leiser. Kein superneues Handy oder Smartphone, geht auch mit dem alten. (...)

Rita Wichmann
Molbergen

Das Engagement von Kindern zum Thema Klimaschutz ist vom Grundsatz her zu begrüßen und sicherlich gut gemeint. Aber mal ehrlich, nur Forderungen an die Politik zu stellen ohne selbst etwas zu tun, genügt beim besten Willen nicht. Die von Bloggerin Luisa Dellert aufgezeigten Handlungsansätze sind durchaus anzuerkennen, aber um das Klima zu schützen genügt es nicht, Müll zu sammeln. Glaubwürdig würden die Kids wie Keno Wetzien (14), wenn sie von sich, ihren Mitschülern verlangen würden:

•Nicht den Taxidienst der Eltern in Anspruch zu nehmen.

•Nicht den Müll von Verpackungen jeder Art überall achtlos wegzuwerfen.

•Nicht kreuz und quer durch Europa zu reisen.

•Nicht den Rasen mit Motormäher sondern von Hand zu mähen.

•Nicht dreimal täglich duschen usw. usw.!

Man darf nicht Kohleenergie verteufeln, ohne jede Verschwendung von Energie anzuprangern. Es ist nicht allein die Generation der Älteren, die sich ein bequemes Leben auf Kosten eines hohen Energieverbrauchs leistet. Kinder denkt nach! „Nicht sagen, tun!“ hieß es in einem alten Film. Ich kann es nur empfehlen.

Ludwig Middendorf
Cloppenburg

Es ist schön, das Heranwachsende für den Klimaschutz protestieren gehen und ich muss dem Bildungsforscher Klaus Hurrelmann recht geben, unsere Jugend ist eine aufmüpfige Generation. Aber anstatt für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen, sollten diese Jugendlichen erstmal lernen „bitte“ und „ danke“ zu sagen, die Heizung im Winter runter zu drehen, bevor sie das Fenster öffnen; das Licht auszumachen, wenn sie als letzter den Raum verlassen; alten Menschen im Bus Platz zu machen, höflich und zuvorkommend zu sein usw.

Mir wurde in meiner Schulzeit das Fach „Werte und Normen“ unterrichtet – damals hielt ich es für nicht so wichtig. Aber heute sollte dieses Fach an erster Stelle stehen, anstatt das die Schüler auf die Straße gehen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Anja Dellwo-Windhagen
Oldenburg

Mal wieder ein gelungener Kommentar von Herrn Will. Sicherlich waren am Freitag ausschließlich Schulschwänzer unterwegs, die sich von Papa mit dem SUV dort haben hinfahren lassen, um danach umgehend ihren nächsten Langstreckenflug anzutreten. Umwelt- und Klimaschutz fangen sicherlich beim Einzelnen an und meiner Meinung nach dürfte es auch etwas übertrieben sein, Frau Thunberg den Nobelpreis zu verleihen. Was jedoch für Individuen existenziell erscheint, das sollte man diesen eben selbst überlassen. Der Logik von Herrn Will zufolge, hätten dann die Menschen 1989 in der DDR auch zu Hause bleiben müssen, denn im Vergleich mit „den Afrikanern“ ging es ihnen doch ganz gut. Fazit des Kommentars wäre folgerichtig, dass alle in Europa zu Hause bleiben, da sie ja übersättigt sind, die Schüler brav lernen, und wir darauf hoffen, dass durch Letzteres vielleicht irgendwann ein 13-jähriger in seinem Kinderzimmer eine Wunderwaffe gegen den Klimawandel erfindet. Oder wir überlassen das Ganze doch lieber den „Profis“.

Jens Busch
Cloppenburg

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