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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

„Autobahn-Koalition“ in Niedersachsen

09.12.2017
Betrifft: „Autobahn-Irrsinn“, Kommentar von Alexander Will zur Frage, ob die A 20 gebaut werden soll, Meinung, sowie „Große Koalition baut A 20 – Verkehr: Arbeiten an Küstenautobahn werden beschleunigt – Mehr Geld eingeplant“, Titelseite, 8. November

Sie haben mit Ihrem Kommentar den Nagel auf den Kopf getroffen! Mit dem politischen Placebo A 20 wird den Leuten vorgegaukelt, dass dadurch wesentliche wirtschaftliche Vorteile für die Region erreicht werden könnten. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: Durch enormen Landschaftsverbrauch und die Zerschneidung einer wertvollen Kulturlandschaft sowie den Verlust sehr viel bäuerlichen Landes wird auch dem „harten Faktor“ nachhaltiger Tourismus ein erheblicher Schaden zugefügt, denn: Wer möchte schon am Kamener Kreuz oder im Gewerbegebiet Urlaub machen?

Landschaft ist auch Kapital. Und: Die A 20 dürfte ein gigantischer Transitverkehr-Staubsauger für die Region werden. „Gewinn“: Stau, Abgase, Lärm, Nerven. Hier wird finnischer Zellstoff durchrumpeln auf dem Weg nach Spanien und vieles andere mehr ...

Rüdiger Wohlers
Oldenburg

Bereits zehn Tage vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen in Niedersachsen verkündet die NWZ auf Seite 1: „Große Koalition baut A 20“.

Die politische Einigkeit zwischen SPD und CDU ist anscheinend nirgendwo größer als bei diesem Thema, insofern kann man diese Koalition mit Recht auch „Autobahn-Koalition“ nennen. Doch wer nun im Koalitionsvertrag auf Begründungen für dieses so „wichtige“ Vorhaben hofft, wird enttäuscht. Ist auch schwierig, denn Gründe für den Bau der A 20 lassen sich nur schwer finden.

Im Bereich der geplanten Trasse bestehen keine Verkehrsprobleme, die durch die A 20 gelöst werden könnten. Es gibt keine wichtigen Zentren, die durch die A 20 verbunden werden könnten, es lässt sich einfach gar kein Bedarf herbeiplanen. Unsere Region ist verkehrsmäßig hervorragend erschlossen, die großen Verkehrsströme laufen ganz woanders lang. Eine Lkw-Trasse von Skandinavien nach Rotterdam mit der A 20 zu unterstützen, ist ja wohl Politik aus dem letzten Jahrhundert. Schon mal was von Klimapolitik und Verkehrswende gehört, SPD und CDU? Mit dem „modernen Niedersachsen“, das in der Präambel des Koalitionsvertrages immer wieder erwähnt wird, hat die A 20 nichts zu tun. (...)

Eine Hoffnung bleibt: Bevor SPD und CDU ihr Zerstörungswerk vollführen können, gibt es noch Gerichte, die diesen geplanten Irrsinn unabhängig überprüfen werden. Und hoffentlich stoppen können.

Thomas Apitzsch
Edewecht

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