Anknüpfend an Ihren Namen möchte ich Ihnen mitteilen, dass Sie mir mit Ihrem Kommentar über Herrn Pofalla (...) aus der Seele gesprochen haben. Wie soll man das Handeln dieser Ex-„Volksvertreter“ wie Pofalla, von Klaeden, Schröder, Clemens, Riester, Rürup, Koch, Wissmann etc. nennen? Vielleicht antizipierende Korruption?
Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass Deutschland sich bislang weigert, das UN-Abkommen gegen Korruption zu ratifizieren, genauso wie die Musterdemokratien Saudi-Arabien, Syrien und Sudan.
Ihrem Kommentar kann ich nur zustimmen. Ich habe meine Konsequenzen gezogen und meine langjährige BahnCard 50 gekündigt. (...)
Die mögliche Vergabe eines Vorstandspostens an einen Politiker ist schon allein ein Grund zur Kündigung. Das vorgesehene Gehalt schlägt aber einem Bahnfahrer voll ins Gesicht. Eine Million im Jahr. Wer zahlt denn das? Letztlich doch ich, der Bahnfahrer. Und dann soll er wohl auch noch unsere hoffentlich meist fleißigen Abgeordneten vom Arbeiten abhalten.
Ich vermute, dass das auch nur die Spitze eines Eisberges ist. Wie viele „Versorgungsempfänger“ sitzen denn da noch im Vorstand? Und alle habe ich mitbezahlt. Jetzt verstehe ich auch die ewigen Fahrpreiserhöhungen.
Verständlicherweise sind die Angelegenheiten Paschedag und Pofalla umfangreich in den meisten Medien kommentiert und natürlich kritisiert worden. Auch in privaten Kreisen machte sich Kritik und Unverständnis breit, und an Stammtischen hat man sich erregt. Besonders erstaunt braucht der Bürger jedoch nicht zu sein, denn was in Berlin oder den Landeshauptstädten passiert, wird von den Akteuren doch in Brüssel vorgemacht. Ein Beispiel wird im „Spiegel“ geschildert: Für den deutschen Kabinettschef des Präsidenten Barroso wurde die Stelle eines stellvertretenden Leiters des juristischen Dienstes geschaffen und ausgeschrieben.
Der Job mit einem monatlichen Nettogehalt von 14 000 Euro stand auch externen Bewerbern offen. Erhalten hat ihn der erwähnte Johannes Laitenberger. Man nennt diese Methode intern „parachutage“, den Fallschirmabwurf, weil Beamte damit von oben herab auf neue Jobs gesetzt werden. Tolle Aktionen mit Anregung zum Nachmachen.
Erneut geht es um Versorgerposten für „verdiente“ Politiker. Da Herr Pofalla bei der neuen Bundesregierung keinen Ministerposten abbekommen hat, sieht man sich gezwungen, Herrn Pofalla mit einem entsprechenden Posten zu „versorgen“, bei guter Dotierung natürlich. Das jährliche Salär dürfte etwa zwischen 1,3 und 1,8 Millionen Euro liegen (...). Mit welch einer Selbstverständlichkeit und Berechtigung findet so etwas heutzutage eigentlich statt? Da wird mit Millionen von Steuergeldern hantiert, um ausscheidende Politiker unterzubringen.
Nun, da Herr Pofalla anscheinend keine Lust mehr auf Politik verspürt, möchte ich ihm doch raten, wieder in seinem Beruf tätig zu werden. Er ist Sozius in einer Rechtsanwaltskanzlei, für seinen Unterhalt wäre also gesorgt!
(...) In anderen Ländern ist es normal, dass ausscheidende Politiker in ihre alten Berufe zurückkehren und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Wir müssen von dieser Versorgermentalität für Ex-Politiker mit einhergehender Überdotierung wegkommen. Nach meinem Verständnis ist das Verschwendung von Steuergeldern.
