Die (...) Argumente für eine A 20 wie eine „funktionierende Hinterlandanbindung der großen Nordseehäfen“ (Wirtschaft macht Druck) oder um „den oft verstopften Hamburger Elbtunnel zu entlasten“ (Bündnis für private A 20), sind schon oft widerlegt worden. Nur circa vier Prozent der Güterströme würden über die A 20 abgewickelt. Und die vermeintliche Entlastung in Hamburg wäre mit bis zu drei Prozent wenig spürbar. Diese Autobahn durchs Moor macht einfach keinen Sinn.
Eine Profilierungsaktion für Politiker und ein einträgliches Geschäft für ein paar Wenige könnte es aber werden. Nicht umsonst bietet der private französische Betreiber Vinci ein Konzept an, die A 20 zwischen Bad Segeberg und Bremerhaven samt Abzweig nach Hamburg fertigzustellen und einen neuen Elbtunnel zu bauen. (...)
Die auf 2 Milliarden Euro geschätzten Kosten sollen sich Vinci und der Bund gleichmäßig teilen. Dafür wird das französische Unternehmen 50 Jahre lang (!) einen großen Teil der Lkw-Maut und für den Elbtunnel auch eine Pkw-Maut abschöpfen.
Was geschieht jedoch, wenn die schöngerechneten Kosten höher ausfallen? Der Elbtunnel alleine im Vergleich mit der vierten Röhre müsste mit über 4 Milliarden Euro kalkuliert werden. Wird dann der Steuerzahler die erhöhten Kosten tragen? Und was, wenn die vorhergesagte Verkehrsmenge nicht erreicht wird? Auf dem schon gebauten Teil der A 20 ist nur etwa die Hälfte der geschätzten Fahrzeuge unterwegs.
Werden Vinci oder deren Banken und Anwaltskanzleien diese Verluste übernehmen? Oder wieder der Steuerzahler? (...)
