Die SPD und CDU Landesregierung in Hannover (Niedersachsen) hat die Einrichtung einer Pflegekammer im Sommer 2018 gegen starke Widerstände von Wirtschaft und Gewerkschaften durchgesetzt. Kritiker hatten damals bemängelt, dass die Kammer keine Verbesserung für die Pflege bringe, sondern nur Steuergelder und das hart verdiente Geld ihrer Zwangsmitglieder verschwende.
Man will circa 80 000 Pflegekräfte in eine Zwangskammer sperren, die somit ein neues Bürokratiemonster finanzieren. Der Jahres-Zwangsmitglieds-Betrag beträgt je nach Einkommen bis zu 140 Euro. Dadurch werden viele Pflegekräfte den Beruf wechseln, oder eine andere Tätigkeit ausüben.
Wer gibt die persönlichen Daten an die Pflegekammer?
Die unpolitische Haltung der eigenen Berufsgruppe ist frustrierend.
Die beruflich Pflegenden sind allgemein im Fokus – allerdings nicht wirklich positiv. 20 Jahre habe ich ehrenamtlich berufspolitisch gearbeitet und die Diskussion um die Errichtung der Pflegekammer mit vorangetrieben. Leider war/ist der Eindruck immer noch da, dass sich die Berufsgruppe wenig für das direkte berufliche Umfeld interessiert und auch verdrängt hat, dass es eine Befragung zur Errichtung einer Pflegekammer im Vorfeld gegeben hat.
Die Berichterstattung der Medien schlachtet nun das – zugegeben ungeschickte – Vorgehen der Pflegekammer unter dem unbegreiflichen Beifall der Berufsangehörigen aus. Für mich bleibt klar, dass niemand anders als die Berufsangehörigen selbst ihre Belange vertreten können und dass berufspolitische Arbeit nicht umsonst zu haben ist. (...)
