„Das ist moderner Menschenhandel – Arbeitsmarkt: Fleischbranche in der Kritik – Gespräche mit Betroffenen und Beobachtern“, Oldenburger Land, 25. Juni

Da geraten ausgerechnet die Landkreise in den Blick, in denen die Welt so schön in Ordnung ist. (...) Wenn man die Berichterstattung (...) verfolgt, wird sich dieses Bild gewaltig ändern. Lohnsklaverei der übelsten Sorte findet offensichtlich schon über viele Jahre in den Schlachtbetrieben dieser Region statt. (...)

Die Verantwortlichen dafür sind aber in erster Linie nicht die Betreiber von Leiharbeitsfirmen oder diejenigen, die Menschen durch Werksverträge zur Verfügung stellen. Erst die Betreiber der Schlachthöfe machen diese menschenverachtende Entwicklung möglich, indem sie Verträge mit zum Teil kriminell handelnden Firmen abschließen, obwohl sie wissen, wie diese Niedriglöhne zustande kommen und wie die Menschen behandelt werden.

Dabei gibt es gar keinen Bedarf an Leiharbeitern und Werksverträgen in dieser Branche. Die Menschen gehören fest eingestellt zu einem anständigen Lohn. Der Anstand beginnt angesichts der schweren Arbeitsbedingungen bei zehn Euro die Stunde.

(...) Ich halte die Stellungnahme des Landkreises Vechta zu diesem Punkt für zutiefst beschämend. Es ist jedenfalls keine Unterstützung für das, was Prälat Peter Kossen angestoßen hat.

Diese Stellungnahme soll Leiharbeitsfirmen nicht verharmlosen. Hier ist bewusst ein unübersichtliches Netz von Firmen oder Scheinfirmen entstanden, hinter dem nur wenige Personen stehen. Die Staatsanwaltschaft sollte untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen diesen Personen und den Betreibern der Schlachthöfe besteht.

Wie reagiert man als Verbraucher(...)? Da bleibt nur der Blick auf den Produzenten einer Ware. (...)

Georg Siefken Saterland