Jürgen Falter ist eigentlich ein sehr angesehener Parteienforscher mit gutem Einschätzungsvermögen. Aber dieses Mal liegt er völlig daneben, wenn er den Riss, der durch unsere Gesellschaft geht, zwischen zwei bürgerlichen Gruppen sieht: der Minderheit, die die Willkommenskultur weiterhin hochhalten will, und einer Mehrheit, die die Flüchtlingsströme begrenzen will.
Tatsächlich ist es aber so, dass die Mehrheit unseres Volkes menschlich sein will, sie will helfen. Aber diese Mehrheit ist nicht naiv. Sie will, dass die Politik die Fluchtursachen bekämpft, Kriege und Konflikte einhegt und den Menschen in den Flüchtlingslagern am Rande der Krisenherde hilft.
Die andere Seite, die Minderheit, das sind unfähige Politiker. (...) Und dann gibt es da noch die gefährlichen nationalistischen Hetzer von NPD, AfD, Pegida sowie deren Mitläufer: dumme, angeblich „besorgte Bürger“.
Sie sind die Minderheit, die unser Land und Europa in eine Krise stürzen kann, wenn nicht wir, die freien, weltoffenen und menschlich handelnden Bürger, „Gesicht zeigen“ und dagegen halten. Wir können das schaffen, denn wir sind die Mehrheit!
In der Tat bezeichnet der 9. November auch den Triumph der Freiheit über die Knechtschaft, sollte Mahnung sein, diese Freiheit stets verteidigen zu müssen. Ein gelungener Aufruf von Alexander Will; denn die Schatten der Vergangenheit drohen uns bereits einzuholen: Bewaffnete Trupps, ähnlich der SA in den 30er Jahren, überfallen wehrlose Flüchtlinge oder bedrohen unliebsame Journalisten. Brandanschläge auf Asylunterkünfte häufen sich.
Auslöser dieser Treibjagd auf Menschen sind Organisatoren von Pegida, NPD und AfD, insbesondere die Herren Bachmann, Pretzell, Höcke und Gauland, unterstützt von den bayerischen Stammtischen. (...) Diese Vorgänge sollten uns allemal mehr beunruhigen als die zahlenmäßige Dimension der nahöstlichen Kriegsflüchtlinge. Vergessen wir nicht an einem denkwürdigen Tag wie dem 9. November: Es handelt sich bei den vielen Menschen (...) um traumatisierte Kriegsflüchtlinge, an denen wir nach jahrzehntelanger Nichtbeachtung einiges gutzumachen haben. Die Fehler der Vergangenheit, Unterstützung totalitärer Regime, holen uns jetzt ein. (...)
