Beim Lesen Ihres Interviews mit dem Vorsitzenden des dbb fiel mir auf, dass Sie nicht danach gefragt haben, warum die GDL im Deutschen-Beamten-Bund beheimatet ist und nicht zur Überorganisation DGB gehört? Beamte gehören nicht zur Gruppe der Arbeitnehmer, da sie vom Staat alimentiert werden und nicht streiken dürften, auch wenn sie zur GDL gehören würden.
Es ist schon merkwürdig, wenn Herr Dauderstädt die Ansicht vertritt, dass die GDL auch die Interessen der Nicht-Lokführer vertreten darf. Warum dann die Bezeichnung „Lokführergewerkschaft“? (...)
Es ist der reinste Hohn. Da erdreistet sich der „Chef“ einer Minigewerkschaft zu der Aussage: „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient...“
Claus Weselsky entscheidet, ob die Bahnkunden fahren dürfen oder nicht. Es geht dem GDL-Chef gar nicht um Tariffreiheit, um Einkommen oder Arbeitsbedingungen. Dieses ist eine reine Alibi-Aussage. Herrn Weselsky geht es um Macht. Er erpresst die Deutsche Bahn. Er beansprucht ein Mandat, das er nicht hat und will dieses zu Lasten von Millionen Bahnkunden und der deutschen Wirtschaft durchsetzen.
Wenn die bei „seiner“ Gewerkschaft nicht organisierten Arbeitnehmer den Wunsch hätten, sich von der GDL vertreten zu lassen, wären diese schon längst Mitglieder der GDL. Da dieses nicht der Fall ist, ist dieser Anspruch der GDL-Führung anmaßend und unberechtigt. Wann hat dieser Wahnsinn endlich ein Ende?
