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Debatte über Wortwahl in der Pandemie

05.09.2020
Betrifft: „Bürger an die Kandare?“, Kolumne von Alexander Will über den Ton der deutschen Politik in Corona-Zeiten, Meinung & Analyse, 27. August

Der Autor ist offenbar der einzige Journalist, der diese verbalen Entgleisungen von Merkel und Söder aufgreift – und zutreffend mit gekonnter Wortwahl kommentiert. Ich hatte erwartet, dass unsere gesamte Medienlandschaft nach diesen Äußerungen erbebt – was für ein Irrtum!

Wenn Politiker ihr Handeln als „Zügel lockern“ oder „Zügel anziehen“ bezeichnen, lassen sich in der Tat beunruhigende Schlüsse auf deren Geisteshaltung ziehen. Das ist ein Jargon, den man von Autokraten kennt, bisher aber nicht von unseren Spitzenpolitikern. Wir werden doch nicht am Zügel geführt! Es scheint, als habe das fast ungehinderte Durchregieren mit hastig aneinandergereihten Corona-Verordnungen den Charakter verdorben. Wenn demnächst dieses Machtgehabe nicht mehr mit Corona-Regeln ausgelebt werden kann, könnten andere Politikfelder an der Reihe sein, um die „Zügel anzuziehen“. Dem muss rechtzeitig die Stirn geboten werden. Nicht durch das Ignorieren von Vorsichtsmaßnahmen gegen das Virus, aber durch das Einfordern eines anständigen Umgangstons. Es wird Zeit, dass unsere Politik wieder Bodenhaftung bekommt.

Dr. Günter Pabst Wildeshausen

Natürlich interpretiert der eine den Ausspruch anders, als der andere. Man müsste für die „simplen“ Gemüter sagen, was damit gemeint ist. Allen unseren Politikern sei aber gesagt: vergesst nicht, wer euch in den Posten gewählt hat! Wenn der Markus im Stile von Franz-Josef Strauß einen Ton anschlägt, mag das dem bayrischen Stammtisch gefallen. Aber der Gesundheits-„Jens“ wirbt um Zustimmung, aber der hat nicht annähernd eine solche Reputation. Aber allen Politikern sei gesagt: das Wählervolk (...) mag ja einfach gestrickt sein, aber ihnen zu drohen, die Zügel anzuziehen, stößt ihnen sehr sauer auf.

Hartmut Feddersen Brake

Gerade Alexander Will, der häufig wenig zimperlich formuliert, stört sich daran, dass Angela Merkel und Markus Söder sich der Worte bedienten, man müsse in der Corona-Politik „die Zügel anziehen“. Ich erkenne in der Äußerung der beiden verantwortlichen Politiker die Sorge, dass zu viele Menschen die Corona-Hy­giene-Regeln inzwischen zu locker sehen. Und dass man die Regeln wieder straffer einhalten müsse. Nicht mehr und nicht weniger. Alexander Will versteigt sich jedoch zu bizarren Fantasien: Er spricht von „Bürgern als willenlose Tiere, deren Gangart man beliebig anpassen könne“. Im NWZ-Online-Portal spricht er zusätzlich vom „Bürger als aufgezäumtem Pferd mit der Kandare im Maul“ und der „Reitpeitsche, mit der im Zweifelsfall der Widerborstige eins übergezogen bekommt“.

Und er warnt, die behäbigen Ackergäule könnten sich in Tiger verwandeln.

Wäre Alexander Will ein x-beliebiger Autor, ich würde den Schreiber der Kolumne nicht ernst nehmen können.

Dietmar Meyer Bad Zwischenahn

Es ist wohl auch an Herrn Will nicht vorübergegangen, dass die Corona-Neuinfektionen stetig steigen und die Regierung handeln muss. Wenn diese dafür den allseits üblichen Sprachgebrauch „die Zügel anziehen“ wählt, ist das eine durchaus normale Wortwahl. Was Herr Will an Worthülsen und Vergleichen für Menschen konstruiert, ohne auch nur ansatzweise auf Fakten einzugehen, ist hanebüchen: Gäule, willenlose lenkbare Tiere, aufgezäumte Reittiere, behäbige Ackergäule.

Mich würde interessieren, welche Maßnahmen Herr Will für angemessen hält. Etwa so lange zu warten, wie die Regierung in Victoria/Australien? Dort musste schließlich der Notstand ausgerufen werden mit Demonstrationsverbot, nächtlicher Ausgangssperre, Militäreinsatz und weiteren sehr harten Einschränkungen. Übrigens ist diese Kolumne eine Steilvorlage für die Rechtsextremen.

Manfred Hohaus Wardenburg

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