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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Debatte um Wahlergebnis der Grünen

08.06.2019
Betrifft: „Taktisch brillant“, Kommentar von Alexander Will zum Durchmarsch der Grünen bei der Europawahl, Meinung, 27. Mai

Dr. Alexander Will ist ein kluger Kopf. Jemand, der sich (hoffentlich) nicht verbiegen lässt. Und sicher jemand, der weiß, dass seine Meinungen Widerspruch erzeugen.

Über die Form der Reaktionen in den Leserbriefen, die am 1. Juni in der NWZ abgedruckt waren, war ich jedoch entsetzt: Mehrere Schreiber unterstellen Herrn Dr. Will, er wäre rechts oder würde mit der AfD sympathisieren. Wer die Berichte von Herrn Dr. Will über seine Reise durch Osteuropa gelesen hat ahnt, dass er ein glühender Europäer ist und mit Sicherheit kein Nationalist.

Ein Leser zählt diejenigen, denen die Kommentare von Herrn Dr. Will gefallen, zu einem rechts-konservativen Bodensatz. Mich somit auch. Ich habe (wahrscheinlich im Gegensatz zu dem Schreiber) die grausame Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland noch erlebt und diese bis heute nicht vollständig verarbeitet. Das Vokabular Bodensatz für Leser und somit für Menschen, hat mich spontan an diese Epoche erinnert und erschauern lassen. (...)

Ich habe nicht nur Erinnerungen an den Nationalsozialismus, sondern auch einige Jahre im (ebenfalls menschenverachtenden) DDR-Sozialismus gelebt. Es war für mich ein wunderbarer Moment, als die Mauer fiel. In seiner Seele vereint ist unser Land bis heute nicht. Auch Leserbriefe können die Spaltung Deutschlands vertiefen.

Man muss mit Herrn Dr. Will nicht einer Meinung sein, man muss auch nicht mit Herrn Habeck, Herrn Kubicki oder Frau Merkel einer Meinung sein. Aber wenn wir etwas aus unserer Geschichte mit zwei Diktaturen gelernt haben sollten, dann ist es doch das: Begegne anderen Menschen mit Respekt. Auch und besonders, wenn sie anderer Meinung sind. (...).

Maria-Elisa Jahn
Wilhelmshaven

Ängste zu schüren ist also keine gute Art Politik zu machen? Interessant. Erfreut sich doch dieses Mittel seit Jahrtausenden großer Beliebtheit und zählt auch zu den bevorzugten Mitteln des Autors, wie dieser Kommentar beweist. Seine Verwendung hier ist jedoch mehr als kläglich und dürfte nur bei Leuten verfangen, deren Sicht durch Vorurteile getrübt ist. Baden-Württemberg wird seit 2011 grün regiert, nichts deutet auf eine Apokalypse hin.

Genauso armselig und handwerklich ungenau ist seine Tirade gegen den Influencer Rezo. In seinem vielfach diskutierten Video kommt die FDP schlicht nicht vor! Und warum sollte man nicht vor der AfD warnen? Niemand, der mit beiden Beinen in der Demokratie verankert ist und unser Grundgesetz verstanden hat, könnte etwas anderes tun. (...)

Ganz offensichtlich hat Hr. Will Schwierigkeiten mit dem Prinzip der Meinungsfreiheit. Eine Schwäche, die er mit vielen Konservativen und Rechtspopulisten teilt. (...) Okay für Herrn Will ist also alles das, was eine erzkonservative bis rechtspopulistische Meinung stützt. Dann dürfen Ängste geschürt und Fakten ignoriert, Meinungen abgewertet oder ignoriert werden.

Die Interessen einer ganzen Generation sind für ihn schlicht uninteressant. (...)

Er spiegelt damit genau jene Arroganz und Überheblichkeit wider, wie sie auch AKK und andere Politiker in der Union (und nicht nur da) an den Tag legen. Gute Politiker und Journalisten sind aber in der Lage, Standpunkte und Sichtweisen nachzuvollziehen. Sie leben am Puls der Zeit und glorifizieren nicht eine Vergangenheit, die außer in ihrer Vorstellung, nie existiert hat! (...)

Ingo Krüger
Burhave

Die sehr polemisch gehaltenen Kommentare von Alexander Will veranlassen mich, diese oftmals zu ignorieren. Jüngster Kommentar aus der NWZ vom 27.05.2019 reizt jedoch zu einer Reaktion.

Im letzten Absatz heißt es, dass es den Grünen offenkundig gelungen ist, eine „grüne“ gesellschaftliche Stimmung zu schaffen. Hat Herr Will bislang noch nicht zur Kenntnis genommen, dass Fragen über Klimaschutz, der Landwirtschaft und Naturschutz längst in der Bevölkerung intensiv diskutiert werden, auch bei der älteren Generation? Die Ironie dabei ist, dass Herr Will diese „grüne“ Stimmung als angstmachend bezeichnet. Der letzte Satz von ihm lautet: Grün in der Reinform bedeutet letztlich Deindustrialisierung, Bevormundung, sinkender Wohlstand und auf lange Sicht sogar Mangel. Hallo? Wer ist denn hier wieder der Angstmacher? Ein Großteil der Bevölkerung kann sich durchaus eine eigene Meinung bilden und benötigt keine unterschwellige Bevormundung durch Herrn Will.

Ortrud Müller
Elsfleth

Aber Hallo! Herrscht bei uns nicht Meinungsfreiheit?

Die Grünen und Linken scheinen davon nicht viel zu halten. Sonst kann ich mir die Inhalte der Leserbriefe bezüglich des Kommentars von Herrn Dr. Will nicht erklären.

Nicht die Parteiprogramme der Grünen, sondern die hetzerischen, teilweise hasserfüllten Aussagen der Briefeschreiber gegenüber denjenigen, die anderer Meinung sind, machen mir Angst.

In deren Augen taugen wir wohl nichts oder sind Rechtspopulisten, wenn wir nicht für Islamisierung, Fridays for Future, Masseneinwanderung, Rezo-Video, Verhunzung der Deutschen Sprache, und, und, und, sind.

Giesela Othold
Oldenburg

(...) Meine Meinung zu den Grünen ist, sie sind auch keine Umweltpartei mehr!

Wieso ich dazu komme? Umweltminister Trittin hat kein einziges Kohlekraftwerk abschalten lassen! Was er machte, die AKWs abschalten lassen, Ergebnis für die CO2-Verringerung null, da AKWs klimaneutral sind. Meine Meinung dazu, für die Erderwärmung sinnlos aber für Wählerstimmen erfolgreich.

In der rot/grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen schaltete die Grüne Umweltministerin kein Braunkohlekraftwerk ab. (...)

Was ist umweltfreundlich, wenn der SPD/Grüne Senat in Hamburg die Elbvertiefung beschließt? Es geht auch ohne Elbvertiefung, denn nicht weit weg von Hamburg ist in Wilhelmshaven ein Tiefwasserhafen und beide haben denselben Betreiber! Mich würde interessieren, was da noch außer der Elbe geflossen ist?

Dass die Jungen schon noch lernen müssen, was die Regierungen von CDU und SPD seit Kriegsende mit Hilfe der Bevölkerung in Deutschland geleistet und aus Deutschland gemacht haben, und dass der CDU-Kanzler Konrad Adenauer nicht auf die russische Verlockung einer Wiedervereinigung von Deutschland als UdSSR-Satellit hereingefallen ist, das ist bestimmt nicht allen bekannt, denn dann wäre das heute ein anderes Deutschland mit nicht so viel Freiheit (...).

Karl Müller
Zetel

Alexander Will hat in seinem Kommentar die Lage realistisch und zutreffend dargestellt. Ihm gebührt Dank dafür, dass er nicht in den Chor der Klimakatastrophen-Warner eingestimmt hat, nach dem Motto, wenn nicht sofort in Deutschland gehandelt wird, erleben wir morgen ungeheure Klimakatastrophen. Als ob Deutschland die Welt retten muss.

Monatelange Demos von Schülern, der Hype um Greta, die Propaganda der Grünen und die Unterstützung von großen Teilen der Medien. Auf dieser Welle haben die Grünen ihren Erfolg eingefahren fast so wie bei Fukushima, als die Grünen schon einmal bei 20 Prozent lagen. Allerdings kurze Zeit später wieder bei 11 Prozent landeten.

Das wird wahrscheinlich auch wieder geschehen, denn der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß beträgt nur 2,4 Prozent im Vergleich zu China mit 18 Prozent, USA mit 15 Prozent Russland mit 6 Prozent etc. und teilweise noch wachsendem Ausstoß.

Die Verbesserungen in Deutschland würden sich vielleicht im Bereich ein Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses bewegen und wären ohne Bedeutung! Und das verbunden mit ungeheuren Kosten und Risiken bezüglich Energiesicherheit und Arbeitsplätzen in Deutschland! (...) Natürlich sollten wir alle Maßnahmen zur Luftreinhaltung und Energieeinsparung fortführen, aber bitte mit Augenmaß und realistischem Blick auf die globalen Zusammenhänge.

Klaus-Peter Marten
Oldenburg

Aus allen Ihren Äußerungen ist für mich deutlich zu ersehen, dass Ihre Kenntnisse in Bezug auf Klima und Klimaveränderungen, so überhaupt vorhanden, äußerst rudimentär sind. Ich war über dreißig Jahre in der Meteorologie und Klimatologie national und auch international tätig. Nehmen Sie doch von wissenschaftlich eindeutig bewiesenen und auch im wesentlichen unumstrittenen Tatsachen (von wenigen ignoranten Kollegen abgesehen, welche dabei auch sicher bestimmte Interessen verfolgen) Kenntnis:

1. die Gletscher schmelzen und zwar in zunehmendem Maße

2. das grönländische Inlandeis nimmt rapide ab

3. das Eis auf den Meeresoberflächen wird immer geringer im Ausmaß und Stärke und verliert somit auch die Eigenschaft, das Sonnenlicht zu reflektieren

4. Nordost- und Nordwestpassage sind immer häufiger schiffbar

5. die mittlere Temperatur der Erde nimmt zu und zwar in steigendem Maße

Legt man die oben angeführten Punkte zugrunde, kann von „Panikmache“ und sarkastischen Anmerkungen zum relativen Wahlerfolg der Grünen Ihrerseits keine Rede mehr sein. Ein wenig mehr sich mit den wissenschaftlichen Tatsachen vertraut zu machen, schadet keinem Journalisten, (...).

Die richtige Panik wird vermutlich erst dann ausbrechen, wenn das denkbare Szenario eintreffen sollte, dass durch die Klimaerwärmung die Permafrostböden in Kanada und Sibirien stärker beginnen, ihre Treibhausgase Methan und CO2 zu emittieren; dann helfen uns keine mehr, die über Jahre und Jahrzehnte jede menschgemachte Klimaveränderung in Abrede gestellt haben. (...)

Klaus Plewa
Varel

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