„Jagdszenen am Ostern­burger Kanal“, Oldenburger Land, 22. Dezember

Da haben wir sie wieder, die Scheinheiligen und Selbstgerechten: Aufs Dorf oder den städtischen Randbereich ziehen, Landlust & Landliebe lesen, aber sich über Hähnekrähen und Dunghaufen beschweren! Jedem Schnäppchen im Discount nachjagen und die Gewichtszunahme nach den festtäglichen Braten beklagen, aber „Igitt“ schreien, wenn es um Mastställe und Schlachthöfe geht!

Und hier am Osternburger Kanal haben die Demandts, Pohls und Sachsenbergs „geschrien vor Angst“, weil Schüsse auf der Jagd knallten? Etwa die, die zu Silvester wieder herumböllern werden? Oder suchen diese dann auch zitternd Deckung in Haus und Keller? Was für ein Frevel, in „ihrem Naherholungsgebiet“ etwas anderes zu tun als zu Joggen, mit dem Rad zu rasen oder die Kinderchen die umliegenden Ackerkulturen heimsuchen zu lassen! (...)

Wann sehen diese Leute endlich ein, dass Jagd zur ländlichen Kultur gehört und eine Notwendigkeit ist. Oder wer, glauben diese Selbstgefälligen, (hegt und) pflegt den Wildtierbestand und „Ihre Naherholungsgebiete“? (...)

Vielleicht initiiert man mal eine Unterschriftensammlung „Gegen Ignoranz im ländlichen Raum“?!

Kay Dannhorn Wildeshausen

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(...) Alle äußeren Wohngebiete von Ortschaften grenzen an Jagdreviere, für die meisten dieser Gebiete zahlen die Jäger eine Pacht, obwohl hier nicht gejagt wird. Innerhalb von Städten werden große Friedhöfe, Sportplätze, Parks, Industrieflächen, Flugplätze bejagt, damit sich einzelne Tierarten nicht zu stark vermehren und Schaden anrichten, und alles völlig gefahrlos in unmittelbarer Nähe von Wohnsiedlungen. Die Anwohner an der Großen Wisch sind bei dem Überqueren der Cloppenburger Straße täglich gefährdet, aber nicht als Zaungäste der Jagd am Osternburger Kanal. Ich würde vorschlagen, sie fragen mal die Jagdkollegen aus Hundsmühlen, ob sie bei der nächsten Treibjagd nicht als Treiber mitgehen können. Dann werden sie abends beim Schüsseltreiben auch erfahren, dass Jäger ihr Handeln an ethischen Grundsätzen und festen Wertvorstellungen ausrichten. Ich frage mich immer, wer eigentlich auf wen Rücksicht nehmen muss.

Gerold Schnier Klattenhof

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Die Polemik dieses Artikels spiegelt die überwiegend jagdfeindliche Berichterstattung der NWZ   in den von mir beobachteten letzten zwei Jahren wieder. Bezeichnend, dass nur eine Seite der betroffenen Parteien gehört wird.

Stattdessen werden die fundierten Aussagen des Kreisjägermeisters süffisant kommentiert.

In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland wird auch immer wieder in der Nähe von Wohngebieten gejagt werden müssen. Der damit verbundenen Gefahren sind sich die Jäger bewusst. (...)

Kein Jäger will seinen Jagderfolg mit der Gefährdung von Menschenleben verbunden sehen, zumal eine Missachtung eine sehr konsequente Ahndung durch die Behörden nach sich zieht.

Bemerkenswert auch, dass Frau Pohl, die Buschhagenniederung als „unser Naherholungsgebiet“ bezeichnet, den Jägern aber absprechen möchte, dieses Gebiet für deren Zwecke nutzen zu dürfen.

Wer in die „Natur“ zieht, muss damit rechnen, dass auch andere Naturnutzer sich dort betätigen. (...)

Anstatt „in Deckung“ zu gehen, hätten die Anwohner die Gelegenheit beim Schopfe und das Kind an der Hand fassen können und sich von den Jägern auf dem Deich deren Tun sachlich und freundlich erklären lassen können. Denn auch das sehen wir Jäger als unsere Aufgabe.

Nebenbei hätten die Anwohner sicher auch frisches Wildbret für die eigene Küche bekommen können.

Hier wurde die Chance vertan, sachlich zwei Interessengruppen zu Wort kommen zu lassen. Nicht zu vergessen, dass die NWZ   auch von der ländlichen Bevölkerung gelesen wird und von ihr lebt.

Henning Eifler Oldenburg