Es war ja zu erwarten. Der Bauernverband fordert eine Milliarde, sonst …!
Drohungen haben beim Bauernverband Tradition. Schon im Jahr 1967 drohte der damalige Bauernpräsident Rehwinkel, weil die Bundesregierung einen Teil der Subventionen streichen wollte, dass dann ein paar Hunderttausend Bauern die NPD wählen würden.
Der deutsche Steuerzahler zahlt jedes Jahr rund zehn Milliarden Euro an Agrarsubventionen, die Fahrzeuge in Land- und Forstbetrieben sind steuerbefreit, der jährliche Verlust von Steuereinnahmen beim Agrardiesel beläuft sich auf rund 400 Millionen Euro, 178 Millionen Euro beträgt der Bundeszuschuss zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung, bei Tierseuchen ist der Steuerzahler ebenfalls zur Hälfte der Kosten beteiligt usw. usw.
Auch von Bauern ist, wie von jedem anderen Unternehmen, zu erwarten, dass sie für Krisen Rücklagen bilden. Jedem Bauern ist auch bekannt, dass es zu Wetterextremen kommen kann. Das ist nicht neu.
Für mich sind diese Forderungen eine Unverschämtheit, gegen die sich die noch unabhängigen Politiker mit aller Kraft zur Wehr setzen müssen.
Ich hatte gerade Dachdecker vor Ort. Die konnten in den letzten Tagen, bei dieser Hitze, auch nur von ganz früh morgens bis mittags arbeiten. Nachmittags also „Verdienstausfall“. Wer gleicht hier die fehlenden Stunden, die Kosten und die fehlenden „Gewinne“ aus? Dürfen sich diese und andere Berufsgruppen auch an Land oder Bund wenden?
In anderen Ländern soll es bei Ernteausfällen und Dürre für die Landwirtschaft Versicherungen geben!? Warum gibt es diese anscheinend in Deutschland nicht?
Warum soll hier letztlich der Steuerzahler helfen? Landwirte wollen doch „freie Unternehmer“ sein, dann sollte man auch die Betriebsrisiken tragen. Nach den Landwirten kommen dann vermutlich die Weinbauern und so weiter.
Sorry, immer wenn beim Landvolk was schiefläuft, wird nach dem Staat gerufen – so möchte wohl jeder Gewerbetreibende in die Staatskasse greifen können/dürfen. Ja, da sind schon ganz tolle Lobbyisten am Werke!
Aus Brüssel kommen doch ganz ordentliche Subventionen und Kosten wirken sich doch zumindest steuermindernd aus.
Regelmäßig, wenn etwas schiefgeht, melden sich die Bauern über ihren Verband lautstark zu Wort und stellen sogleich konkrete Forderungen zum Ausgleich ihrer Verluste. Haben sie denn vergessen, dass sie ganz wesentlich zu diesem Dilemma mit beigetragen haben? Ich höre heute noch den ehemaligen Präsidenten des niedersächsischen Bauernverbandes, Werner Hilse, wie er sich für die „maximale Ausbeutung der Ressourcen“ starkmachte. Mich jedenfalls wundert es nicht, dass die Natur zurückschlägt, wie es einst der ehemalige Kreisveterinärdirektor im Landkreis Cloppenburg, Dr. Hermann Focke, in seinem gleichnamigen Buch prophezeite. Während die Landwirte eine extrem starke Lobby besitzen, bleiben die vielen Menschen, die unter anderem auch durch die Feinstaubemissionen der zahllosen Tierfabriken im Landkreis Oldenburg gesundheitlichen Schäden ausgeliefert sind, wieder einmal ohne Gehör. Ich meine: Wir schicken die Natur am besten mal zur Kur.
Unsere Landwirte brauchen bei dieser Dürre schnelle, unbürokratische Hilfe und keine pingeligen Beamtenseelen, die die potenziellen Ernteausfälle aufs Gramm genau vorher wissen wollen!
(...) Die Bauern fordern eine Milliarde Euro, erhalten jedoch von Bund und EU laufend Subventionen. Wo ist denn die Vorratswirtschaft. Dann würden sie nicht Hilfe benötigen. Wenn sie diese Hilfe erhalten, warum dann Preiserhöhungen. Es gibt in diesem Jahr Obst im Überfluss, aber die Preise bleiben hoch und das Obst wird vernichtet. Wo ist hier die Wirtschaftlichkeit der Landwirte. Warum wurden die Obstpreise nicht gesenkt? Kein Wunder also, wenn die Kunden dann lieber preiswerte ausländische Produkte kaufen, obwohl im Inland genügend vorhanden ist. Was haben die studierten Landwirte eigentlich gelernt? Wie man EU- und Bundesmittel beantragt.
Darüber sollten diejenigen mal nachdenken, ob sie der kleinen Rentnerin und dem Rentner das Geld stehlen und nicht lieber die Preise moderat halten. Es könnte sein, dass sonst die Rentnergeneration aufsteht und das fordert, was ihr zusteht, nämlich Renten, von den man nach 40 Jahren leben kann.
