„Vereinte Nationen schauen Gewalt zu“, Hintergrund, 17. Juli
Wäre unser Ex-Kanzler Schröder Großverdiener von Assads Gnaden – ob er ihn dann auch zu einem „lupenreinen Demokraten“ hochstilisieren würde wie einst seinen Freund Putin? Putin, der im immer blutiger werdenden Konflikt in Syrien den zynischen „Veto“-Part weiterhin übernimmt und das auch noch gut abgestimmt mit seinen Waffen- und Ideologiebrüdern in China. Es wäre nun Zeit zum Umdenken, Herr Schröder!
Die in Syrien stattfindende menschliche Tragödie, ausgelöst durch die Machtsucht eines pathologisch verbrämten Tyrannen, wird – im Gegensatz zu Libyen – nicht mit militärischem Eingreifen von außen zu lösen sein. Russland und China würden, laut einer UN-Studie, sofort mit einer Gegenattacke antworten.
Schärfere Sanktionen gegen Syrien treffen, wie wir bereits mehrfach erfahren haben, nur die Bevölkerung, nicht aber den Machtapparat, die herrschende Kaste der Baath-Partei. Ein angeschossener Tiger wird immer unberechenbar bleiben. (...)
In Chinas und Russlands Bevölkerung brodelt es schon seit geraumer Zeit. (...) Sollte es auch dort zu schwersten Auseinandersetzungen mit Waffengewalt kommen, so würde ebenfalls der Weltsicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung einberufen mit dem Ergebnis, dass es keinen „Veto“-willigen Staat mehr gäbe, der ein einheitliches Vorgehen gegen die Streithähne blockieren könnte. (...)
Karl-Heinz Broesamle, Edewecht
„Es geht um viel“, Kommentar von Hermann Gröblinghoff zum Bürgerkrieg in Syrien, Meinung, 30. Juli
Als ich den Satz las „So gilt es als offenes Geheimnis, dass Iran und Katar Assads Truppen mit Waffen unterstützen“, dachte ich an einen Desinformationsversuch über den blutigen syrischen Ableger des „Arabischen Frühling“. „Katar“ stellte sich als unbeabsichtigter Fehler heraus.
Jeder weiß, dass im Krieg die Wahrheit als Erstes stirbt. Deshalb haben die Medien eine besondere Verantwortung, sich um Wahrheit zu bemühen. Der Westen nutzt im breiten Umfang das libysche Szenarium zum Sturz des Regimes in Syrien. Insbesondere ist an allen Fronten ein Informationskrieg im Gange.
In Aleppo tummeln sich heute die Gotteskrieger. Alles mit westlicher und auch deutscher militärischer Unterstützung. Und warum (...)? Nur um den Iran kleinzukriegen. Dafür macht man den Pakt mit Al-Kaida und den Ultras. (...) Vor allem müssen sich jetzt SPD und Grüne fragen lassen, wieso sie das machen, obwohl sie wissen, was sie damit verursachen.
Die Rebellen sind Berufskämpfer, die mit ausländischem Geld einfache Syrer rekrutieren. Sie lehnen jegliche Verhandlung ab, womit Kofi Annans Friedensplan gescheitert ist. Sie wollen nur den Kopf Assads (...).
Die Freunde Syriens, in Wirklichkeit Erzfeinde des syrischen Volkes, und der ohne jegliche Legitimation und Mandat des syrischen Volkes agierende Syrische Nationalrat arbeiten aber beharrlich weiter an der Erfüllung ihres NATO-Auftrags, die politische Lage in Syrien zu destabilisieren und die Terrorangriffe zu intensivieren. Unsere Bundesregierung ist auch schon dabei, z. B. mit der Ausbildung von 600 Rebellen in Berlin für die „Zeit nach Assad“.
Michael von Klitzing, Cloppenburg
