Betrifft:
„Neuer Streit um Krähentötung“, NWZ vom 17. Juni, und „Rabenbestand bereits halbiert“, NWZ vom 21. JuniDie Landesregierung bezuschußt mit 64 000 Euro eine „Forschungs“aktion, bei der bisher rund 6000 Rabenvögel in extrem grausamen Fallen, die aus gutem Grund als tierquälerisch europaweit verboten sind, gefangen wurden, und die verletzten und halbtoten Vögel schließlich erschlagen wurden. Bewiesen werden soll damit, daß Krähenvögel maßgeblich am Rückgang von Niederwild und Wiesenvögeln beteiligt sind. Weil jedoch vor Beginn der „Forschung“ keine Bestandsaufnahmen der Wiesenvogelpopulationen gemacht worden sind, kann weder eine Zunahme noch eine Abnahme der Wiesenvögel zahlenmäßig belegt werden.Meiner Meinung nach soll durch dieses widerliche Experiment nur die Verantwortung der modernen Landwirtschaft für die Verarmung der Natur verschleiert werden.
Dorothea MeinsenFriesoytheF
Ob die im Landkreis Leer vorgenommene Erhebung begründbar ist, muss aus wissenschaftlicher Sicht bezweifelt werden. Sicher ist jedoch, dass die im Projekt vorgesehene Tötungsmethode, die inzwischen bei immerhin 6000 Vögeln angewandt wurde, nicht durch gesetzliche Vorschriften gedeckt ist. Denn weil der Kopfschlag häufig nicht unmittelbar zum Tode des Tieres führt und ihm dadurch vermeidbare Schmerzen und Leiden verursachen können, ist diese Methode grundsätzlich nur zur Betäubung zugelassen, wenn anschließend eine – zum sicheren Tode führende – Entblutung erfolgt. So auch bei schlachtbarem Geflügel. (...)Dr. Hans-Heinrich FiedlerOldenburgF
(...) Offensichtlich fehlt allen Kritikern, die aufgrund von Untersuchungen die Rabenkrähen für unschuldig erklären, jegliches Wissen um unsere heimischen Raub-säuger. Dass diese, ausschließlich für den Schutz der in keiner Weise bestandsbedrohten Rabenkrähen eintretenden „Experten“ nicht am Symposium teilgenommen haben, ist für den Artenschutz positiv zu werten. Denn alle beteiligten Wissenschaftler waren sich einig, dass die Kontrolle von Nesträubern wie Raben und Elstern durchaus sinnvoll sein kann. Offensichtlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Schutz von Bodenbrütern und Nesträubern auf ein und derselben Fläche nicht funktionieren kann.Peter KayserOldenburgF
(...) Wer schon mal beobachtet hat, wie das „Schwarze Gesindel“ (Bezeichnung stammt von Tucholsky) systematisch Bäume und Sträucher nach Nestern brütender Kleinvögel wie Meisen, Buchfink oder Rotkehlchen absucht und die jungen Vögel frisst, dem kann jede Fangmethode nur recht sein, um den Bestand an Rabenvögeln, die keine natürlichen Feinde haben, zu dezimieren. Nicht zuletzt durch das Abfallgebaren des Menschen werden sie in die Stadt gelockt. Es sorgt mit für die ungehemmte Population der Rabenvögel. (...)Helmut MeyerBrake
