Betrifft:
„Literaturpapst sorgt für Eklat“, Panorama, 13. Oktober und „Ein Grantler“, Kommentar von Regina Jerichow zum Eklat um Vergabe des Fernsehpreises, Meinung, 13. OktoberGlückwunsch an Herrn Reich-Ranicki und Frau Heidenreich. Endlich hat es mal jemand „gewagt“, unser heiliges deutsches Fernsehen zu kritisieren. Ich finde es schon schlimm genug, dass mittlerweile die Öffentlich Rechtlichen Fernsehanstalten z. T. im gleichen Kielwasser fahren wie unsere Privatsender. Ich muss Herrn Reich-Ranicki recht geben. Der Sender „arte“ ist, was das Programm betrifft, seriöser und niveauvoller als ARD und ZDF. Für mich ist das kein Eklat, was Herr Reich-Ranicki dort gemacht hat, sondern er hat endlich mal den Machern des Deutschen Fernsehens den Spiegel vorgehalten. Diese Fernsehgalas sind oft nur Selbstbeweihräucherung. Dass der Film „Contergan“ als bester Fernsehfilm ausgezeichnet wurde, ist in Ordnung. Dass Frau Ferres als beste Schauspielerin mit dem Fernsehpreis ausgezeichnet wird, ist ebenso okay. Wenn ich aber in dem Informationskasten des o. a. Artikel lesen muss, dass die RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ als beste Fernsehshow denFernsehpreis bekommt, dann muss ich sagen, dass unsere Fernsehkultur am Boden ist. Da hat es mit Sicherheit bessere gegeben. (...)
Stefan SchrageGroßenkneten-HuntlosenHut ab und Danke Herr Reich-Ranicki! Die Kritik an den Fernsehmachern war längst überfällig! Da werden wirkliche große musikalische Hits der letzten vierzig Jahre durch selbst ernannte „Musikexperten“ durch ihre dummen Sprüche in den Dreck gezogen. Andere Moderatoren fühlen sich wie Oberlehrer. Einige „Möchte-Gerne-Komiker“ geben ihr Bestes, was allerdings oft an die Grenze der Geschmacklosigkeit geht. Und dann täglich die Talkshows, Quizsendungen oder Kochshows. Es wiederholt sich doch alles. Und müssen die Gewinnsummen wirklich so hoch sein? Dann die Telenovelas, die täglichen Morde in den Krimiserien. Die sich ständig wiederholenden Spielfilme aus den USA. Ich vermisse vor allem mehr kulturelle Angebote. (...)Karl-Heinz KerkhoffHattenFSehr geehrte Frau Jerichow, vielen Dank für Ihre heutige Kommentierung zum casus Ranicki. Sie treffen den Nagel auf den Kopf; ich habe alles mit Genugtuung im Zug gelesen; das Ganze ist eine Blamage für das breite Publikum, das letztlich solche Sendungen „will“ (?), eine Blamage für das Fernsehen ohnehin. Aber auch die NWZ ist nicht weit vom „Flachsinn“ entfernt. Wenn auf der ersten Seite zu lesen ist, dass „Forscher“ ermittelt haben, dass man von einer Stimme nicht auf das Äußere schließen kann, und weiter, welche Stimmen „sexy“ sind, da kann man sich schon die Haare raufen. (...)
Heinz NaundorfOldenburgF
Danke Marcel Reich-Ranicki, und Elke Heidenreich!Dank unserem deutschen Publizisten und Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und unserer Autorin, Kabarettistin, Moderatorin und Journalistin Elke Heidenreich zeigten diese beiden Persönlichkeiten zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises den Charakter und Mut, der schon lange überfällig war. Ich finde 90 Prozent des Deutschen Fernsehinhalts gehört in die Müllpresse, und sind Ausdruck einer dekadenten Elite die jedes Gefühl für Kultur verloren hat. Die Verantwortlichen wissen, wovon ich schreibe, aber letztendlich ist es ihnen egal, denn wenn die Einschaltquoten stimmen machen sie weiter, gemäß dem Motto: „Angebot und Nachfrage“. Es stinkt zum Himmel!
Christian Dieckmann Hude
