„Opfer spricht von Todesangst“, Nordwest/Bremen, 18. Februar
Bereits Ende 2010 habe ich das Gespräch mit der Ärztekammer gesucht. In dubio pro reo hieß es, so lange der Angeklagte nicht verurteilt sei, würden von dort keine berufsrechtlichen Maßnahmen ergriffen. Eine mir unverständliche Haltung. Auch vor dem Hintergrund, dass der Ärztekammer bereits 2005 ein Hinweis ob dieses Arztes gegeben wurde. Viele Führungskräfte, insbesondere wenn sie im Blick der Öffentlichkeit stehen, werden bereits im laufenden Ermittlungsverfahren vorerst suspendiert. (...)
Es gebührt den Frauen großer Respekt, die die Kraft hatten, eine Strafanzeige zu stellen. Durch diesen Mut haben sie andere Frauen geschützt.
Magdalena Bode-Wilbers, Rastede
Vor ca. einem Jahr lag ich als Patientin auf der Liege dieses Arztes. Nach der osteophatischen Behandlung, die ich als sehr hilfreich empfand, saß plötzlich kein Arzt neben mir, sondern ein Mann, der eindeutig Sex mit mir wollte. Es gelang mir, seine Gedanken „umzulenken“ und die Praxis zu verlassen, ohne Opfer eines körperlichen Übergriffs geworden zu sein. Ein seelischer Missbrauch an mir hatte jedoch stattgefunden.
Schon Jahre zuvor war der Ärztekammer die „Neigung“ dieses Mannes bekannt, wie ich inzwischen weiß.
Ein Skandal.
Helga Hochhäusler, Rastede
