„Schwarzer Tag für Rot/Grün – Regierungskrise: Hinterbänklerin kippt Regierung – Niedersachsen steht vor Neuwahlen“, Titelseite, 5. August, sowie weitere Berichte und Kommentare

In der NWZ-Ausgabe vom 5. August 2017 haben Sie auf der ersten Seite der Samstagzeitung einen Artikel mit dem Titel „Schwarzer Tag für Rot/Grün“, Hinterbänklerin kippt Regierung. Verrat, Skandal, Intrige“ veröffentlicht.

Ich sehe in dem Begriff „Hinterbänklerin“ eine herabsetzende und diskreditierende Bezeichnung einer von Bürgern gewählten Politikerin.

Dabei haben Sie übersehen, dass die NWZ überparteilich und unabhängig sein soll.

Sie schreiben nicht für die Regenbogenpresse und es steht Ihnen absolut nicht zu, Frau Elke Twesten als Hinterbänklerin zu titulieren. Sie ist eine demokratisch gewählte Landtagsabgeordnete.

Sie sind mir als Redakteur ebenso wie Frau Twesten völlig unbekannt, aber ich finde es empörend, mit welcher Dreistigkeit Sie negative Stimmung gegen eine Landespolitikerin verbreiten. Da scheint Ihnen das Gefühl für sachlichen Journalismus und Respekt vor politischen Ämtern abhanden gekommen zu sein.

Es wäre für die Leser interessanter gewesen zu erfahren, was eine frauenpolitische Sprecherin nach 20 Jahren in der Partei motiviert, diese Partei zu verlassen. Vielleicht finden Sie dort den Skandal und die Intrige, die diesem Schritt vorausgegangen ist ?

Evelyn Fisbeck Rastede

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Ein Politiker ist seinem Gewissen und dem deutschen Volk verpflichtet? Wer soll das denn heute noch glauben?

Fette Diäten, gut honorierte Aufsichtsratsposten und eine Altersversorgung, die ein „normaler Mensch“ nicht in 200 Einzahlungsjahren erreichen kann.

Das nenne ich Motivation für unsere sogenannten Volksvertreter.

Rainer Büssow Oldenburg

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Als „stinknormale“ Bürgerin Niedersachsens steigt bei mir langsam die Wut hoch, wie hier Wahlkampf betrieben wird. Da macht die für mich karrierebesessene Politikerin Twesten „Bäumchen wechsel dich“, betrügt damit die Wähler ihrer bisherigen Partei und beklagt sich anschließend über „unanständige“ Äußerungen der Partei, die sie verlassen hat.

Kaum zu glauben nach dem Chaos, das sie hinterlassen hat. Wenig glaubhaft nicht nur für mich ist auch, dass keine Absprachen getroffen wurden. Hat ihr letztendlich doch eines der unmoralischen Angebote – siehe Äußerung in der NWZ – gefallen? Das wird ja allen spätestens klar sein, wenn diese Dame Karriere in der Partei macht, denn sie will nach eigenen Angaben ja Berufspolitikerin bleiben.

Und dann wird der Ministerpräsident angegriffen wegen einer Sache, die doch von der Opposition zwei Jahre zuvor im Wirtschaftsausschuss gebilligt wurde. Wahrscheinlich hätte sie als Regierungspartei ebenso gehandelt, denn jeder weiß, wie wichtig VW für das Land ist. Will man damit von der eigenen Sache ablenken?

Für mich ist Herr Weil ein äußerst seriöser Landesvater, der diese Schmähungen in keiner Weise verdient hat. Obwohl hier der Wähler klar entschieden hat, ist von der Gegenpartei in übelster Form immer gegen ihn gehetzt worden, die es nicht verkraftet hat, nicht mehr an der Regierung zu sein.

Es heißt immer, dass Politik ein schmutziges Geschäft ist. Aber dass es so schmutzig ist, hätte ich nicht für möglich gehalten. Wenn Sie, meine Damen und Herren Politiker, keinen Wahlkampf betreiben würden, der unter die Gürtellinie geht, könnten sie beim Wähler viel mehr punkten! (...) Es wird uns wohl noch einiges an Fiesheiten vor der Wahl bevorstehen.

Christa Thöle Ahlhorn

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„Zähes Ringen auf Weg zu Neuwahlen – Landtag: Parteien einigen sich auf 15. Oktober – CDU und FDP sichtbar unzufrieden mit Termin“, Niedersachsen, 8. August

Dass die CDU und FDP mit dem Termin zur Landtagswahl nicht zufrieden sein kann, ist zu verstehen, dies ist auch ganz leicht von dem Gesicht des FDP-Fraktionschefs Christian Dürr, Bernd Busemann (CDU) Björn Thümler (CDU) abzulesen.

Denn wie es nun aussieht, war das Bemühen einiger Gespräche seit dem Frühjahr 2017, da ging es bestimmt nicht um das Wetter, sondern um weit Wichtigeres, das Björn Thümler (CDU) mit der ehemalige Grünen-Abgeordnete Elke Twesten zu besprechen hatte. Es ging darum, diese zu überreden, (...) die unmoralischen Angebote anzunehmen und damit dafür zu sorgen, indem sie jetzt sofort ihren Austritt aus der Grünen-Partei und den Übertritt in die CDU erklärt, dass die Landtagswahl nicht erst im Januar 2018, sonder gleichzeitig mit der Bundestagswahl zusammen stattfindet, um auf diesen Weg, als Anhängsel der Bundeskanzlerin Merkel zu profitieren und die Stimmenmehrheit zu erlangen. Dumm gelaufen, nun muss ein anderer Weg her, um noch Ministerpräsident Weil (SPD) schlecht zu reden: die VW-Rede von 2016, Ministerpräsident Weil lässt seine Rede vom VW-Konzern überarbeiten. Wenn es so gewesen wäre, eine riesen Schweinerei. Nur ob die Bundeskanzlerin Merkel, ob der Verkehrsminister Dobrindt (CSU), ob der Parteivorsitzende und Ministerpräsident Seehofer (CSU), sie vertreten alle wie sie sind, unter den Deckmantel des Arbeitsplatzverlustes, die Interessen der gesamten Industrie, vorrangig allerdings der Autoindustrie. (...)

Heinrich Kalmer Großenmeer