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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Jugendliche müssen Zukunft gestalten

30.03.2019
Betrifft: „(Selbst)Täuschung“, Kommentar von Alexander Will zu den Freitagsdemonstrationen, Meinung, 16. März, sowie weitere Berichte

Herr Will, was qualifiziert Sie eigentlich dazu, so herablassend und populistisch auf engagierten Jugendlichen herumtrampeln zu dürfen? Jugendliche, die an den Freitagsveranstaltungen teilnehmen, sind keine faulen Schulschwänzer. Der Druck der Schulen auf sie ist hoch: sie nehmen für ihre Überzeugung in Kauf, schlechte Noten zu bekommen, als unentschuldigt fehlend eingetragen zu werden. Am vergangenen Freitag Stunden bei absolutem Sauwetter durch Wildeshausen zu laufen, finden Sie das bequem, Herr Will? Dann doch lieber schön brav im Klassenzimmer sitzen, oder? Wie paradox ist es eigentlich, Jugendliche, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen, mit schlechten Beurteilungen im Arbeits- und Sozialverhalten zu bewerten.

Genau das Gegenteil müsste der Fall sein. Lehrer sollten sie dafür, je nach individuellem Einsatz, belohnen.

Sie bedienen mit Ihren Parolen die Stammtische und die Klientel der AfD und sind somit auch dafür verantwortlich, wie es mit dieser Partei weitergeht. (...) Jede ökologische Veränderung der letzten Jahrzehnte ist nicht zuerst durch „Wissen“ erfolgt, sondern durch Proteste, Aktionen von Initiativen außerhalb von Parlamenten und Parteien und durch Gruppierungen, Bürgerinitiativen, die sich für den Umweltschutz eingesetzt haben (...).

Auf die Politik und deren „Wissen“ haben wir uns schon viel zu lange verlassen!

Für die engagierten Schüler hoffe ich, dass es mutige Lehrer gibt, denen es fantasievoll gelingt, Schülern negative Konsequenzen zu ersparen. (...)

Reinhard Baumann
Wildeshausen

„Fridays for Future“ – Ihr habt ja so recht! Nur benehmt ihr euch mit euren Forderungen genau wie die Politiker, denen ihr zurecht Versagen vorwerft. Handelt endlich selbst! Ihr seid genau diejenigen, die eure Zukunft verspielt oder eben doch noch rettet!

Um ernstgenommen zu werden und wirklich mitreden zu können, solltet ihr euch ehrlich um alle verfügbaren Informationen bemühen, die eure Zukunft angehen, diese in den breitesten Kontext setzen und alle bekannten Tatsachen logisch miteinander verbinden. Ihr habt sogar die Verantwortung dafür!

Dabei solltet ihr nicht auf „linksgrüne“ Ideologen (Laien) hereinfallen, sondern auf ernstzunehmende Wissenschaftler hören. Als Einstieg empfehle ich „Bienen, Vögel und Menschen, die Zerstörung der Natur durch Elektrosmog“ von Dr. Ulrich Warnke.

Bei ehrlichem Bemühen erfahrt ihr unweigerlich „wie weise und feinfühlig die Natur elektrische und magnetische Felder für den Aufbau des Lebens genutzt hat und wie töricht wir alle gerade dabei sind, im Verlauf weniger Jahr-zehnte durch den schnurlosen Kommunikationsfunk verursachten Elektrosmog zu zerstören, was die Natur in Millionen von Jahren aufgebaut hat“. Die logische Folge wäre: Verzichtet auf eure Smartphones, Tablets, Computer, Radios und Fernseher und recycelt sie (...). Es wäre schon sehr aufschlussreich, zu sehen, was passieren würde, wenn eine Greta Thunberg diese Forderung vor ihren Anhängern (darunter eine Vielzahl von „Bloggern“ erheben würde.

Wolf D. Borngräber
Nordenham

Damit ich mich kurzfassen kann, möchte ich mich bei meinen folgenden Aussagen (...) zum schrecklichen Höhepunkt seines Kommentars über Fridays for Future kommen. Gemeint ist natürlich die Behauptung, Fridays for Future sei keine weltweit relevante Bewegung, da die Menschen in „China, Indien oder Afrika (…) echte, existenzielle Sorgen“ hätten und daher (...) nicht für mehr Klimaschutz demonstrieren würden.

Dazu ist erst einmal festzuhalten: es gab sowohl in Indien, als auch in der (autoritären) Volksrepublik China sowie in diversen Ländern Afrikas Klimastreiks. Sie haben ganz richtig gesagt, dass vor allem die Menschen in den von Ihnen genannten Ländern beziehungsweise auf dem von Ihnen genannten Kontinent existenzielle Probleme haben – was Sie verschweigen: das wohl größte dieser Probleme ist der Klimawandel. Dass nun junge Menschen fordern (...) Maßnahmen im Kampf um unser Klima zu ergreifen, ist keinesfalls Hysterie. Probleme und mögliche Maßnahmen sind zur Genüge bekannt (...), doch es fehlt schlicht der politische Wille und die Einsicht vieler Menschen etwas nachhaltig verändern zu müssen, (...) die Kipppunkte vieler Ökosysteme sind bald erreicht, außerdem wird die Erderwärmung massenhaft Treibhausgase auf natürliche Weise freisetzen. (...) Existenzielle Sorgen sollten wir also alle haben.

Nur werden es zuerst die Menschen aus den Ländern Afrikas und Asiens sein, die ihre Existenz in ihren Heimatländern aufgeben und in den globalen Norden fliehen müssen, um zu überleben, was genau genommen aktuell schon passiert. (...)

Ole Pruschitzki
Wardenburg

Vor einiger Zeit (NWZ vom 16.2.2019) hat Herr Will im Zug der Framing-Diskussion in der ARD über Gefühl und Moral der Medien philosophiert und dabei große Maßstäbe an seine, die schreibende Zunft angelegt. Wenn man nun seinen letzen Kommentar mit dem Titel „(Selbst)Täuschung“ von 16.3. in dieser Zeitung liest, muss er sich fragen lassen, wie viel von dem gestellten Anspruch denn bei ihm selbst verwirklicht ist.

Ergebnis: nicht viel! Mal ganz abgesehen davon, dass dem Kommentator der politische Kompass abhanden gekommen ist, wenn er die Kanzlerin in der rot-grünen Mittelschicht verortet, ist es einfach unverschämt, mit welchen Begriffen er die Anliegen der jungen Menschen etikettiert. Man kann die Freitagsdemonstrationen der Schülerinnen und Schüler ja diskussionswürdig finden, das ist jedoch noch lange kein Grund, sie mit einer derartigen sprachlichen Rotzigkeit zu diffamieren, wie Herr Will das macht. Trauriger Höhepunkt ist, wie könnte es bei ihm anders sein, der Vergleich mit einer Mai-Kundgebung in der DDR. Die jungen Leute haben es zweifellos verdient, ernst genommen und nicht mit Begriffen wie „Hysterie“, „angstgetrieben“und „konformistisch“ abqualifiziert zu werden. ...)

Rainer Bartelt
Oldenburg

Es ist erfreulich, wenn Schüler für eine bessere Zukunft eintreten. Doch letztlich müssen die Schüler ihre Zukunft selbst gestalten. Dazu gehört Wissen. Um Wetter, Klima und Umwelt richtig zu bewerten, sind solide Grundlagenkenntnisse der Physik unerlässlich.

Im Hinblick auf die derzeitigen Klimadiskussionen sollten sich die Schüler um ein paar wichtige Fragen kümmern. Kohlenstoffdioxid in der Luft mit einem Anteil von 400 ppm soll für eine kritische Erwärmung der Erde verantwortlich sein. Der Anteil müsse nach Forderungen von Umweltschützern deutlich reduziert werden. Laut Angaben des Bundesumweltministeriums ist in den Meeren 70 Mal mehr CO2 gelöst als in der Luft. (...)

Neben Physik ist auch Chemie und Biologie gefragt. CO2 aus der Luft ist ein Grundbaustein für den Pflanzenwuchs. Höhere Anteile führen zu stärkerem Wachstum. Zum Klimaschutz wird aber eine Verringerung des CO2 gefordert. Frage: Wo liegt das Optimum für diese beiden entgegengesetzten Forderungen? Mit der Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen können die Schüler selbst prüfen. (...)

Hans-Günter Appel
Schortens

Bei allem Wohlwollen für engagierte Jugendliche, denen man erlaubt, frühzeitig die Fahrerlaubnis absolvieren zu dürfen oder am politischen Geschehen aktiv teilzuhaben, kommen mir Zweifel, ob das so richtig ist.

Konkretes Beispiel: Ein schwedisches Mädchen namens Greta Thunberg, Tochter der Opernsängerin Malena Ermann und des Schauspielers Svante Thunberg tritt, gekleidet im Ostfriesennerz und Plastikregenschirm, in die mediale Welt und ruft Gleichaltrige auf, am Freitag dem Schulunterricht fernzubleiben, um stattdessen für eine bessere Umwelt zu demonstrieren. (...)

Lautstark, aber friedlich, versammelten sich schulpflichtige Kinder gemeinsam mit einer Lehrkraft auf öffentlichen Plätzen, bevorzugt vor Rathäusern und stellten ihr Anliegen dar. Fragt man sie nach Details, fragt man sie, worum es ihnen wirklich geht, hört man „Um`s Klima, Opa, um`s Klima“, dann wollte der Lehrer die weitere Konversation führen, darauf habe ich freundlicherweise verzichtet. Nach der Kundgebung reinigten dann Angestellte der Stadt den Rathausvorplatz von festgetretenen Kaugummiresten und entsorgten, achtlos weggeworfenen Protestplakaten. (...)

Michael Bedschun
Varel

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